Aktien Schweiz Vorbörse: Positive Vorgaben - Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Der Schweizer Aktienmarkt startet mit positiven Vorgaben in den neuen Handelstag. So haben die US-Börsen am Mittwochabend ihre Rekordfahrt wieder aufgenommen, wobei der Leitindex Dow Jones nach Börsenschluss in Europa noch etwas weiter zulegte. Für die Märkte dürfte allerdings die am Nachmittag anstehende EZB-Zinsentscheidung im Zentrum stehen. In der Nacht auf Donnerstag hatte bereits die japanische Notenbank bekanntgegeben, an ihrer lockereren Geldpolitik festzuhalten.
20.07.2017 08:45

Im Euroraum rechnet zwar niemand mit einer Veränderung der Leitzinsen durch die EZB. Allerdings dürfte auf der anschliessenden Pressekonferenz "jedes Wort von Mario Draghi auf die Goldwaage gelegt werden", wie es ein Händler ausdrückte. Dabei dürfte auf jede Änderung des Tonfalls bezüglich des Anleihenkaufprogramms geachtet werden. Am Schweizer Markt hat nach dem ruhigen Vortag derweil die Berichtssaison zum ersten Semester unter anderem mit Ergebnissen von zwei Bluechip-Titeln wieder an Fahrt aufgenommen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,39% höher bei 9'059,54 Punkten.

Abgaben erleiden nach der Zahlenvorlage vorbörslich allerdings ABB (-2,3%). Der Industriekonzern hat für das zweite Quartal beim Auftragseingang und Umsatz nur wenig Fortschritte gezeigt und weist beim Betriebsgewinn und der Marge rückläufige Zahlen aus. Trotz eines Anstiegs des Quartal-Reingewinns hat der Konzern die Erwartungen der Analysten in allen Bereichen ausser beim Auftragseingang verfehlt. Das Jahr 2017 dürfte für ABB ein "Übergangsjahr" werden, kommentiert ein Händler.

Ebenfalls im Minus notieren Adecco (-0,6% oder -0,45 CHF), die allerdings ohne eine Ausschüttung von 0,90 CHF je Titel gehandelt werden.

Positiv wird das Ergebnis des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (Aktien +3,4%) aufgenommen. Dieser weist für die ersten sechs Monate bei einem gestiegenen Umsatz zwar ein geringeres Betriebsergebnis und eine tiefere Marge aus, was allerdings auf Kosten ihres "Fitness"-Programm zurückzuführen sei, wie etwa die Analysten von Baader Helvea bemerken.

Die Uhrenwerte Swatch (+1,8%) und Richemont (+1,0%) werden derweil von den neuen Aussenhandelszahlen vom Juni gestützt. So haben die Uhrenexporte im Juni mit einem nominalen Anstieg um 5,3% gestiegen, real betrug die Zunahme um 8,7%. Bereits im Mai hatten die Uhrenexport deutlich zugenommen nachdem in den Monaten davor noch deutliche Rückgänge resultiert hatten.

Im Zentrum stehen zudem Clariant (+1,3%). Die oppositionellen Aktionäre um die "White Tale" haben den Ausbau ihrer Anteile auf über 10% vermeldet. Die Aktionäre kritisieren den Zusammenschluss mit Huntsman und fordern, dass sich Clariant nach Alternativen umsehen soll.

Verhalten notieren die im breiten Markt gehandelten Panalpina (+0,1%). Der Basler Transport- und Logistikkonzern hat zwar den Umsatz gesteigert, bleibt beim Bruttogewinn aber unter den Erwartungen. Damit hat er die Markterwartungen fast auf allen Stufen verfehlt. Zahlen hat auch der Textilmaschinenhersteller Rieter (kein Kurs) publiziert, der sich im ersten Halbjahr von der Flaute des vorhergegangenen Semesters erholt hat.

Klar im Plus werden vorbörslich dagegen Temenos (+2,0%) gestellt. Der Bankensoftwareanbieter hat im zweiten Quartal deutlich mehr umgesetzt und auch mehr verdient, zudem vermeldet er einen "starken" Beginn des dritten Quartals. Die Analystenerwartungen sind mit den Zahlen deutlich übertroffen worden.

Gute Nachrichten kann zudem das Pharmaunternehmen Basilea (+1,3%) vermelden. Dieses hat den Abschluss einer bereits angekündigten Lizenzvereinbarung mit dem US-Konzern Pfizer über das Antimykotikum Cresemba (Isavuconazol) für Europa, Russland, die Türkei und Israel bekannt gegeben.

Semesterzahlen haben zudem der Finanzdienstleister Leonteq, die LLB und die Bank Cler bekanntgegeben. Das kriselnde Solarunternehmen Meyer Burger hat zudem einen neuen Auftrag mitgeteilt.

tp/hr

(AWP)