Aktien Schweiz Vorbörse: Schwächer erwartet - Geberit von Ratingsenkung belastet

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich nach den beiden positiven Vortagen zum Abschluss des ersten Quartals 2017 eine etwas schwächere Eröffnung ab. Die Vorgaben aus den USA sind neutral, der US-Leitindex Dow Jones hatte nach Europaschluss nicht mehr zugelegt. Die asiatischen Märkte haben in der Nacht auf Freitag Abgaben erlitten. Im Tagesverlauf dürfte eine Reihe von Konjunkturdaten das Marktgeschehen beeinflussen, so stehen am Vormittag Inflationsdaten aus der EU und am Nachmittag aus den USA der PMI und die Konsumentenstimmung an.
31.03.2017 08:45

Die weltweiten Aktienmärkte haben in den vergangenen Monaten gemessen am MSCI Weltindex den besten Jahresstart seit dem Jahr 2013 erlebt. Auch der Schweizer Leitindex SMI hatte am Vortag ein neues Jahreshoch erreicht und am Abend auf dem höchsten Wert seit über einem Jahr geschlossen. Der solide Jahresstart der Aktienmärkte sei "umso beeindruckender", wenn man bedenke, dass es in den USA innerhalb von drei Monaten zwei Zinserhöhungen gab, betonte ein Marktanalyst.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr mit 0,17% tiefer bei 8'689,52 Punkten.

Deutlich im Minus notieren Geberit (-0,5%) nachdem Goldman Sachs das Rating für die Titel bei gesenktem Kursziel auf "Neutral" von "Buy" zurückgenommen hat. Zudem werden die Titel von der "Pan-European Buy List" der US-Investmentbank gestrichen. Seit der Aufnahme auf die Liste hätten die Titel des Sanitärtechnikkonzerns um über 40% zugelegt, heisst es. Allerdings habe das vierte Quartal enttäuscht und es dürfte zu Gegenwind durch höhere Rohstoffkosten kommen.

Für das Börsenschwergewicht Nestlé (unv.), das am Vortag leicht nachgegeben hatte, senken die Analysten von Barclays ihr Rating auf "Equal Weight" von "Overweight" allerdings bei unverändertem Kursziel. Derzeit sehen die Experten der britischen Bank keine Kurstreiber für die Titel des weltgrössten Nahrungsmittelkonzerns.

Leicht fester zeigen sich die schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche (je +0,1%), die beide am Vortag nach positiven Nachrichten aus den USA noch zugelegt hatten. Kaum verändert zeigen sich Actelion. Bis dem Ende der offiziellen Angebotsfrist wurden dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson 73,3% der Actelion-Aktien angedient, insgesamt verfügt er damit über einen Anteil von 77,2% an dem Unternehmen. Bedingung für das Zustandekommen der Übernahme ist die Andienung von mindestens 67% aller Aktien.

Etwas stärker im Plus zeigen sich vorbörslich einige zyklische Titel wie ABB oder Adecco (je +0,1%). Auch die Grossbankenwerte CS und UBS notieren mit +0,1% leicht im Plus. Zurich werden dagegen 5,5% oder 15,46 CHF unter dem Vortagesschluss gestellt, allerdings werden die Titel ab heute ex Dividende von 17 CHF gehandelt.

Am breiten Markt haben am Vormittag einige kleine Unternehmen ihre Jahreszahlen vorgelegt. Der Vakuumventil-Spezialist VAT hat die Gewinnprognosen der Analysten dabei zwar nicht ganz erreicht, schüttet aber eine höhere Dividende aus als erwartet. Jahresergebnisse haben zudem die Lausanner Perfect Holding und die erst seit einigen Tagen an der SIX kotierte Rapid Nutrition publiziert.

tp/cf

(AWP)