Aktien Schweiz Vorbörse: Schwächer erwartet - Trump- und Terror-Sorgen

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Freitag, am Tag des kleinen Eurexverfalls, mit tieferen Notierungen eröffnen. Nachdem der SMI am Donnerstag unter die Schwelle von 9'000 Stellen zurückgefallen war, deuten nun schwache Vorgaben aus den USA und Asien auf erneut tiefere Kurse hin. Dabei hatten Befürchtungen um die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump sowie neu entfachte Terrorängste nach dem Anschlag in Barcelona die Anleger an der Wall Street am Vorabend in die Flucht getrieben. Der marktbreite S&P 500-Index rutschte so auf ein Einmonatstief ab.
18.08.2017 08:45

Das Vertrauen der Anleger in Donald Trump scheine allmählich zu schwinden, befürchtet ein Händler. Dessen Politik werde immer mehr zu einer Parodie. Die Investoren stellten sich die Frage, ob der US-Präsident überhaupt noch irgendetwas von dem erreiche, was er einst angekündigt hatte. Kommt hinzu, dass der Terroranschlag in Barcelona die Stimmung zusätzlich eintrübt. Die schreckliche Tat in der katalanischen Hauptstadt nähre die Furcht vor weiteren Anschlägen und treibe Anleger in sichere Häfen wie Gold oder den Schweizer Franken, so ein Händler. Der Euro-Franken-Kurs ist zwar nicht eingebrochen, rutschte aber unter die 1,13er-Marke.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,62% tiefer bei 8'889,99 Punkten. Die meisten Blue Chips verzeichnen klare Einbussen.

Allen voran dürften Zykliker mit Blick auf US-Wachstums- und Terrorsorgen unter Druck kommen. Im vorbörslichen Geschäft büssen ABB oder Adecco mit -0,9% im Vergleich zum Index etwas stärker an Wert ein. Deutlichere Verluste sind erneut bei den Grossbankentitel UBS (-0,9%) und Credit Suisse (-0,8%) zu sehen. Hier fürchten sich die Anleger vermehrt vor dem Szenario lang anhaltender Tiefzinsen.

Bei Geberit (-0,5%) halten sich die Abgaben derweil in Grenzen. Allerdings waren die Titel des Sanitärkonzerns am Vortag nach enttäuschenden Halbjahreszahlen um beinahe sechs Prozent eingebrochen. Im Nachgang haben UBS und Société Générale ihre Kursziele gesenkt, die CS erhöhte dagegen das Kursziel.

Die Schwergewichten Nestlé und Roche büssen ebenfalls lediglich 0,5% ein. Dagegen geben Novartis um 0,7% nach. Am Donnerstag kurz vor Börsenschluss hatte die Meldung zu einer Untersuchung der Preise von Multiple Sklerose-Behandlungen in den USA für Unruhe gesorgt. Sowohl Novartis als auch Roche müssen nebst weiterer internationalen Pharmaunternehmen gegenüber US-Politikern Stellung dazu beziehen.

Im breiten Markt haben mehrere Firmen Geschäftszahlen vorgelegt. So musste beispielsweise Gurit einen Umsatzrückgang für das erste Halbjahr vermelden, die Profitabilität konnte der Spezialkunststoffhersteller aber verbessern. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch beim Handyverkäufer Mobilezone, der nun auf die Lancierung neuer iPhone-Modelle wartet.

Über sinkende Umsätze berichtete der Nahrungsmittelhersteller Hügli, während der Verbundwerkstoff-Spezialist Schweiter mit dem fortgeführten Geschäft die Verkäufe gesteigert hat. Bei Schweiter ergab zudem der Verkauf der Sparte SSM Textilmaschinen an Rieter einen hohen Verkaufsgewinn.

Zu Wochenschluss stehen weiter auch Straumann im Fokus der Anleger, nachdem die Titel am Vortag nach Halbjahreszahlen und der Bekanntgabe einer Übernahme um über 11% zugelegt hatten. Am Berichtstag zog der Dentalimplantatehersteller den gestern nachbörslich angekündigten Verkauf eigener Aktien zurück. Man sei zum Schluss gekommen, dass der gebotene Preis den inhärenten Wert des bestehenden sowie des neu übernommenen Geschäftes nicht abbilde, begründete Straumann den Schritt.

mk/tp

(AWP)