Aktien Schweiz Vorbörse: Schwächere Eröffnung erwartet - Nordkorea belastet

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel zur Wochenmitte schwächer eröffnen. Vor allem die Krise um Nordkorea beschäftigt die Anleger nach wie vor. Zudem dürfte mit Blick auf die am Donnerstag anstehende EZB-Leitzinsentscheidung Zurückhaltung angesagt sein. An der Wall Street haben die Anleger am Vorabend nach dem verlängerten Wochenende Aktien abgestossen und an den schwachen Wochenauftakt in Europa angeknüpft. Dabei büssten die wichtigsten US-Indizes nach Europaschluss weiter an Terrain ein. Finanzaktien zählten zu den grössten Verlierern.
06.09.2017 08:56

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel bleibt angespannt. Panikartige Verkäufe seien bislang jedoch ausgeblieben, konstatiert ein Händler. Der Ton hat sich über Nacht jedoch verschärft, neu droht Nordkorea den USA und der Welt für den Fall neuer Sanktionen mit Gegenmassnahmen. Gleichzeitig steigt die Spannung im Vorfeld der EZB-Sitzung. EZB-Chef Mario Draghi dürfte zwar an der ultralockeren Geldpolitik festhalten, könnte aber Hinweise auf kommende Tapering-Schritte liefern, heisst es.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,27% tiefer bei 8'845,80 Punkten.

Grösserer Abgabedruck dürfte wie schon am Dienstag von den Banken ausgehen. Sowohl die Aktien der UBS als auch jene der Credit Suisse verlieren vorbörslich je ein halbes Prozent. CS-Präsident Urs Rohner hat sich zum regulatorischen Umfeld für Finanzhäuser in Europa geäussert. Er wünscht sich einen Abbau der Hürden für grosse, grenzüberschreitende Bankenfusionen. Bei der UBS gibt es derweil offenbar ein Interesse an den lateinamerikanischen Kunden von HSBC, wie laut Agenturmeldungen aus einem internen Memo der britischen Bank hervorging.

Weitere Abgaben sind auch bei den Versicherern Zurich (-0,4%) und Swiss Re (-0,3%) zu erwarten. In den USA droht nach "Harvey" die nächste Sturmkatastrophe. Der Hurrikan "Irma" hat sich über dem Atlantik zu einem Wirbelsturm der höchsten Kategorie aufgebaut und steuert auf die Küste Floridas zu.

Zykliker wie Adecco, ABB (je -0,5%) oder Richemont (-0,4%) zählen ebenfalls zu den grössten Verlierern. Dabei hat die Bank Barclays für Richemont das Kursziel erhöht, die Einstufung wurde hingegen auf "Equal Weight" belassen. Der Analyst geht davon aus, dass der Luxusgüterhersteller kommende Woche am Tag der Generalversammlung für die ersten fünf Monate ein starkes organisches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich vermelden wird.

Die Schwergewichte Novartis (-0,4%) und Nestlé (-0,3%) können sich dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen. Nur Roche bilden unter den Blue Chips mit einem Plus von 0,2% die Ausnahmen. Die Genussscheine könnten von positiven Studiendaten zur Lungenkrebsbehandlung Alecensa profitieren.

Die stärksten Abgaben sind im breiter gefassten Geschäft bei Straumann (-2,1% auf indikative 604 CHF) zu sehen. Die Gruppe hat gut 430'000 Aktien aus dem eigenen Bestand bei institutionellen Investoren platziert, dies zu einem Preis von 600 CHF je Titel. Damit löst der Dentalimplantatspezialist 260 Mio CHF, womit die kürzlich bekannt gegebene strategischen Übernahmen bzw. Investitionen in die Kieferorthopädie (ClearCorrect) und in die digitale Zahnmedizin (Dental Wings, Rapid Shape) finanziert werden sollen. Mitte August hatte Straumann einen Verkauf eigener Aktien wegen zu tiefen Preisgeboten abgeblasen.

Weiter gab Von Roll (kein Kurs) bekannt, dass der langjährige Finanzchef Stephan Kellmann das Unternehmen verlassen wird. Und die auf Russland und die Ukraine ausgerichtete Investmentgesellschaft EEII musste im Halbjahr erneut einen Verlust hinnehmen.

mk/rw

(AWP)