Aktien Schweiz Vorbörse: SMI kaum verändert erwartet - Nestlé erneut im Fokus

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich zur Wochenmitte ein nahezu unveränderter Handelsauftakt ab. Nestlé geben dabei den dritten Tag in Folge massgeblich den Ton für den Leitindex SMI vor. An diesem Morgen stützen die jüngsten Nachrichten den Markt in einem insgesamt schwachen Umfeld nach unten ab. Am Vorabend hatte der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern nämlich überraschend ein Strategie-Papier vorgelegt, das unter anderem bis Juni 2020 ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 20 Mrd CHF vorsieht. Offenbar hofft der Konzern, dem aktivistischen Investor Daniel Loeb mit seinem Hedge Fonds Third Point etwas Wind aus den Segeln zu nehmen.
28.06.2017 08:45

Dabei sind die Vorgaben aus Übersee durch die Bank eher schwach. An der Wall Street hatten verschiedene Faktoren, wie durchwachsene Daten und gesenkte Wachstumsprognosen des IWF belastet. Auch die verschobene Senatsabstimmung über den von der Trump-Regierung forcierten Rückbau der US-Gesundheitsreform Obamacare sorgte für Abgaben, heisst es im Handel. Gleichzeitig habe die US-Notenbankchefin Janet Yellen deutlich gemacht, dass sie an dem aktuellen Kurs weiter festhalten werde. In Asien folgten die Märkte den verhaltenen US-Vorgaben. Im Handelsverlauf stehen vor allem Konjunkturdaten auf der Agenda.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr mit -0,02% nahezu unverändert bei 9'070,72 Punkten. Unter den 20 Blue Chips aus dem SMI notieren lediglich Nestlé im Plus. Am Montag noch war der Leitindex auf ein Jahreshoch bei 9'149 Punkten gestiegen.

Das Hauptthema am Markt ist erneut die weitere Zukunft von Nestlé (+1,4%). Am Dienstag nach Börsenschluss hatte der Konzern sein Strategie-Papier veröffentlicht. Demnach soll das Aktienrückkaufprogramm am 4. Juli starten. Ein grosser Teil der Transaktionen dürfte allerdings auf die Jahre 2019 und 2020 fallen. Damit wolle der Konzern genügend Geld frei halten für mögliche Zukäufe. Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentaren vor allem überrascht - so schnell habe er nicht mit einer Reaktion von Nestlé gerechnet, heisst es vom Bernstein-Analysten. Grundsätzlich seien die Pläne zwar zu begrüssen, den meisten Experten fehlt jedoch eine Aussage über die Zukunft der L'Oréal-Beteiligung.

Unter den Blue Chips gibt es neben Nestlé vorbörslich keine weiteren Gewinner. Das Gegenstück bilden unter den SMI-Werten die Aktien von Zyklikern wie ABB, die mit -0,7% am schwächsten tendieren. Die Papiere von Adecco und LafargeHolcim folgen dichtauf mit -0,6%.

Vorbörslich geht es auch für die Anteilsscheine der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS (beide -0,6%) abwärts. Sie hatten an den vorangegangenen beiden Handelstagen von einer insgesamt guten Stimmung im Bankensektor profitiert. Dabei hatte die Staatsrettung zweier italienischer Regionalbanken gestützt.

Noch deutlicher fallen im breiten Markt die Aktien des Vermögensverwalters GAM (-3,5%). Im Handel heisst es, bei dem Unternehmen sei ein Aktionär ausgestiegen und das Paket von etwa 3% sei zu einem Preis von 13,15 CHF platziert worden (Schlusskurs Dienstag: 13,60 CHF).

Abwärts geht es auch für die beiden anderen Schwergewichte Novartis (-0,5%) und Roche (-0,4%). Zum Vergleich: Novartis hatten alleine in der vergangenen Woche Kursgewinne von etwas mehr als 7% verbucht. Zum gestrigen Schlusskurs haben sie davon im bisherigen Wochenverlauf 1% wieder abgegeben.

hr/tp

(AWP)