Aktien Schweiz Vorbörse: SMI knapp gehalten erwartet - positives Halbjahr

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte die letzte Sitzung des ersten Halbjahres 2017 am Freitag knapp gehalten eröffnen. Die Vorgaben aus den USA und Asien lassen keine Erholung von den deutlichen Abgaben des Vortages erwarten. Damit könnte sich der Leitindex noch etwas weiter von dem erst am Dienstag markierten Jahreshoch bei 9'146 Punkten entfernen, steuert aber weiter auf ein positives Halbjahr zu.
30.06.2017 08:45

Die Märkte reagierten kaum auf leicht positive Konjunkturdaten. So war der BIP-Anstieg in den USA im ersten Quartal stärker als zunächst berechnet. In Japan hat die Inflation leicht angezogen, die Industrieproduktion ist im Mai etwas stärker gesunken als erwartet. Der Blick auf die Devisenmärkte belastet die Gewinnerwartungen insbesondere der Industrieunternehmen. Der zu Franken und Euro schwächere Dollar senkt die Absatzaussichten und lässt geringere Margen erwarten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,03% tiefer bei 8'941,23 Punkten. Damit steuert der SMI auf ein klar positives erstes Semester zu. Mit dem gestrigen Schlussstand beträgt das Plus seit Jahresbeginn 8,8%.

Die Indikationen bei den Einzeltiteln sind wenig aufschlussreich. Alle vorbörslich gestellten Veränderungen bewegen sich zwischen unverändert und -0,1%. Richtungsgebend dürften sich im Handelsverlauf erneut die Schwergewichte erweisen, die den SMI am Vortag deutlich belastet hatten.

Für Roche (GS vorbörslich unv., gemittelt 246,80 CHF) hat der Analyst der Société Générale am Vorabend das Rating auf Hold und das Kursziel um deutliche 55 CHF auf 275 CHF gesenkt. Aufgrund des erwarteten Gegenwindes bei den Biosimilars habe er seine Gewinnerwartungen klar zurückgenommen. Das Risiko-Gewinn-Verhältnis sei bei anderen Werten des Sektors besser.

Auf der Nachrichtenseite meldet Roche Erfolge, so wurde dem Krebsmedikament Polatuzumab Vedotin in Europa der Prime-Status für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erteilt. Zudem hat der Konzern eine App für digitales Diabetesmanagement gekauft.

Der zweite Pharmariese Novartis (-0,1%) und der Lebensmittelkonzern Nestlé (unv.) zeigen ebenfalls keine klare Tendenz.

Wie lange in der eher verhaltenen Gesamtstimmung das gute Sentiment für die Finanzwerte anhalten wird, ist fraglich. Der Ausgang des Bankenstresstests in den USA hatte den gesamten Sektor beflügelt und auch die Schweizer Grossbanken hatten am Vortag zeitweise deutlich hinzugewonnen. Vorbörslich zeigen sich UBS und CS (je -0,1%) etwas schwächer. Unverändert tendieren derweil die Papiere der Privatbank Julius Bär.

Die Uhrenwerte Swatch und Richemont (beide -0,1%) wurden bereits am Vortag vom schwachen Dollar zum Franken belastet. Für Swatch hat die CS das Kursziel um 20 auf 280 CHF erhöht und stuft die Titel weiter mit Underperform ein.

Sonova (-0,1%, gemittelt 156,40 CHF) könnte von einem Analystenkommentar gestützt werden. Goldman Sachs hat das Kursziel auf 150 von 137 CHF angehoben und bewertet weiter mit Neutral. In einer Branchenstudie wird die Lage der Medtech-Unternehmen insgesamt als weiterhin sehr gut eingeschätzt. Die Aktien des Hörgeräteherstellers sind zudem seit Jahresbeginn stärkster SMI/SLI-Wert mit einem Plus von 27,8%.

Als weitere Sieger unter den Blue Chips steuern Sika (+25,6% seit Jahresbeginn), Lonza (+25,3%), Partners Group (+24,5%) und Dufry (+24,0%) auf ein positives Semester zu. Bestes Schwergewicht auf Halbjahressicht ist Nestlé mit +14,5%. Die Verliererliste umfasst bislang nur vier Titel. Angeführt wird sie mit deutlichem Abstand von Aryzta (-30,4%), gefolgt von Swiss Re (-9,0%), Vifor Pharma (-8,4%) und Zurich (-1,5%).

Im breiten Markt könnte auch der Zahnimplantatehersteller Straumann (-0,1%, gemittelt 541,50 CHF) von der Goldman Sachs-Medtech-Studie bewegt werden. Das Kursziel wurde zwar auf 435 von 320 CHF nachgezogen, das Votum lautet aber weiter Sell.

yr/tp

(AWP)