Aktien Schweiz Vorbörse: SMI mit leichtem Plus dank Nestlé

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag eine insgesamt zwar leicht positive Eröffnung ab. Diese wird aber vor allem durch Kursgewinne beim Schwergewicht Nestlé getragen, denn die Mehrzahl der SMI-Werte verzeichnen vorbörslich Abschläge. Die uneinheitlichen Vorgaben aus Übersee geben keine klare Indikation vor. Während der US-Markt am Mittwoch im Minus geschlossen hatte, weisen die Börsen in Asien überwiegend positive Vorzeichen auf.
20.04.2017 08:45

In Asien stützen nicht zuletzt die aktuellen Export-Daten aus Japan. Diese sind dank hoher Nachfrage in China deutlich gestiegen. Leichte Unsicherheit könnten dagegen die Ölpreise verursachen, die wegen der gestiegenen US-Produktion weiter nachgegeben. Ausserdem werde die Nervosität vor den anstehenden Wahlen in Frankreich an diesem Wochenende ohnehin hoch bleiben, heisst es im Handel. Hierzulande gilt die Aufmerksamkeit der Investoren am Morgen aber zunächst den drei Blue Chips Nestlé, ABB und Kühne+Nagel, die ihre Zahlen vorgelegt haben.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,05% höher bei 8'536,72 Punkten. Von den 20 Blue Chips aus dem SMI weisen nur die Aktien von Schwergewicht Nestlé (+0,9%) ein Plus auf.

Der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller hat im ersten Quartal 2017 die Analysten-Erwartungen leicht übertroffen. Organisch legte Nestlé um 2,3% zu. Die von AWP befragten Analysten hatten im Durchschnitt +2,1% erwartet. In ersten Analysten-Kommentaren heisst es denn auch, dass dieser Punkt die Aktien etwas stützen sollte.

Der Industriekonzern ABB (unverändert) hat bei den Zahlen zum ersten Quartal vor allem auf Gewinnseite überrascht. Auftragseingang und Umsatz kamen etwas zurück. Wie es in einem ersten Kommentar der Deutschen Bank heisst, ist der Konzern in etwa wie erwartet in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Den Ausblick habe das Unternehmen bestätigt.

Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel (-1,7%) ist dagegen die grösste Enttäuschung von den drei Spitzenwerten. Im Handel werden die Zahlen insgesamt als durchmischt bewertet. Zudem habe die Aktie zuletzt mit Rekordkursen geflirtet, was dann wiederum verstärkt für Gewinnmitnahmen sorgen könnte. Vor allem der Geschäftsverlauf im Bereich Seefracht sorgt für lange Gesichter. Beim Konkurrenten Panalpina (-0,2%) fallen die vorbörslichen Abschläge im breiten Markt deutlich moderater aus.

Kursverluste von jeweils knapp 0,2% bei den beiden Schwergewichten Roche und Novartis tragen am Morgen zu dem gemischten Gesamtbild bei.

Noch deutlicher geht es für Zykliker wie Adecco, LafargeHolcim und Givaudan mit Abschlägen von jeweils mehr als 0,2% nach unten.

Mit einem Minus von knapp 0,3% sind es aber die Aktien der Grossbank UBS, die am deutlichsten nachgeben. Weitere Finanztitel wie die Aktien der Credit Suisse, Swiss Re und Zurich fallen allesamt um etwa 0,2%.

hr/rw

(AWP)