Aktien Schweiz Vorbörse: SMI mit Verlusten unter 9'000 Punkten erwartet

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag ein erneut schwächerer Auftakt ab. Die anhaltenden politischen Wirrungen in den USA dürften dafür sorgen, dass der Leitindex SMI an seine Vortagesverluste anschliesst und unter der Marke von 9'000 Punkten eröffnet. Die Vorgaben aus Übersee stehen ebenfalls ganz im Zeichen des Politchaos im Weissen Haus. So verzeichnete der Dow Jones Industrial den grössten prozentualen Tagesverlust seit September vergangenen Jahres und auch in Asien geben die Börsen an diesem Donnerstag nach.
18.05.2017 08:46

Der Grund für den marktbreiten Ausverkauf ist die zunehmende politische Unsicherheit rund um US-Präsident Donald Trump. Wie es von Händlerseite heisst, hätten die Märkte bislang viel Nachsehen mit Trump gehabt. Die Geduld der Marktteilnehmer schwinde aber mittlerweile zunehmend. Dies mische sich mit der Sorge, dass bei all den politischen Turbulenzen die gross angekündigten Reformen ins Stocken geraten könnten. In einem solchen Umfeld sei die Tatsache, dass viele Indizes zuletzt auf Rekordständen notierten, eher ein weiterer Grund, bisher eingefahrene Gewinne zu realisieren, was den Abwärtseffekt nochmals verstärken könnte.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,26% tiefer bei 8'978,47 Punkten. Von den SMI-Mitgliedern notieren vorbörslich allesamt im Minus.

Wie hoch die Unsicherheit derzeit ist, zeigt auch ein Blick auf den Schweizer Volatilitätsindex. Am Mittwoch ist dieser um 14% hochgeschnellt. Der Index gilt als eine Art Angstbarometer. Die Risikoaversion hat sich zuletzt aber auch am Devisen- und Bondmarkt bemerkbar gemacht. So war etwa der Franken auch wieder gesucht. Allerdings sprechen Marktteilnehmer hier eher von einer Flucht aus dem Dollar. So fiel etwa das USD/CHF-Währungspaar im frühen Handel erneut unter die Marke von 0,98 und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit der Wahl von Donald Trump Anfang November 2016.

Das Nachrichtenaufkommen hierzulande ist an diesem Morgen sehr überschaubar, so dass die politischen Themen das Geschehen vornehmlich beeinflussen dürften, so Marktakteure. Darüber hinaus dürften Makrodaten im weiteren Verlauf beeinflussen.

Wie bereits am Vortag, verzeichnen vorbörslich Finanztitel und Zykliker die grössten Verluste. Dabei könnte die ausserordentliche Generalversammlung der Credit Suisse zur geplanten Kapitalerhöhung eines der spannendsten Themen am hiesigen Markt sein. Die CS-Aktien verlieren zusammen mit der UBS vorbörslich 0,4%. Julius Bär fallen mit -0,2% etwas weniger deutlich.

Bei den Zyklikern geht es vor allem für ABB und Adecco um überdurchschnittliche 0,4% abwärts. Für die Uhrenhersteller Richemont und Swatch geben vorbörslich um jeweils 0,3% nach. Sie hatten bereits am Mittwoch zu den grössten Verlieren gehört.

Die drei Schwergewichte Nestlé, Roche (beide -0,2%) und Novartis (-0,3%) fallen vorbörslich in etwa mit dem Gesamtmarkt. Die Ankündigung von Roche, an dem Anfang Juni stattfindenden Fachkongress ASCO Daten zu einem neuen Tumor-Wirkstoff vorstellen zu wollen, wird von Händlerseite als neutral eingestuft.

Im breiten Markt zum Handelsstart die Titel des Immobilienunternehmens Züblin nach Zahlen bewegt sein.

hr/tp

(AWP)