Aktien Schweiz Vorbörse: SMI tiefer erwartet - Novartis belasten

Der Schweizer Aktienmarkt wird wohl mit leichten Verlusten in die neue Woche starten. Laut den vorbörslichen Indikationen rutscht der Leitindex SMI somit wieder unter die 8'900-Punkte-Marke, nachdem er in der Vorwoche grösstenteils über dieser Schwelle notiert hatte. Händler verweisen auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole, das mehr Fragen als Antworten geliefert habe. Zudem belasten die Novartis-Aktien den Gesamtmarkt nach enttäuschenden Studiendaten.
28.08.2017 08:45

Beim Stelldichein der Notenbanker am Freitag hatten sich weder Fed-Präsidentin Janet Yellen noch EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik geäussert und damit die Hoffnungen mancher Experten nicht erfüllt. Von Draghi waren zudem auch keine negativen Kommentare zum derzeit starken Euro-Kurs zu hören, was den Euro-Dollar-Kurs in der Folge auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren klettern liess. Auch der Franken schwächte sich in der Folge zum Euro etwas ab.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,35% tiefer bei 8'874,70 Punkten. Bei fast allen SMI/SLI-Titeln zeichnen sich leichte Verluste ab.

Negativer Ausreisser sind dabei die Titel des Pharmaschwergewichts Novartis, die vorbörslich um deutliche 1,3% nachgeben. Beim Konzern haben über das Wochenende neue Studienresultate Zweifel am Potenzial eines neuen Herzmedikaments geweckt. So reduzierte die Arznei Ilaris in einer Phase-III-Studie zwar das Risiko einer Herzattacke, gleichzeitig bestand für die Behandelten aber ein erhöhtes Risiko, an einer Infektion zu sterben.

Positive Ausreisser sind dagegen die Roche-Valoren (+0,2%), die im vorbörslichen Handel bei den Blue Chips als einzige leichte Avancen verzeichnen. Der Konzern hat von der US-Zulassungsbehörde FDA den Status "Priority Review" und damit die Zusicherung für ein beschleunigtes Verfahren für das Mittel Gazyva (Obinutuzumab) zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs erhalten. Der ergänzende Zulassungsantrag basiert laut Roche auf der Gallium-Studie, welche eine Überlegenheit zur Behandlung mit dem Mittel Rituxan gezeigt habe.

Alle anderen wichtigen Titel notieren leicht im Minus. Das gilt auch für die Versicherungsaktien und damit auch für die Titel von Swiss Re und Zurich (je -0,2%). Der Wirbelsturm "Harvey" hatte am Wochenende in Südtexas starke Verwüstungen angerichtet. Die Experten vom Analysedienst CoreLogic rechnen nun mit versicherten Immobilienschäden in Milliardenhöhe. Das "Wall Street Journal" versuchte die Investoren derweil etwas zu beruhigen: Die Versicherer stünden insgesamt finanziell so gut da, dass sie der Wirbelsturm nicht allzu schwer treffen werde, hiess es. Von einem möglichen Schadenereignis ohnehin nicht tangiert sind Bâloise (-0,2%), weil der Konzern in den USA nicht tätig ist. Das Unternehmen wird am Donnerstag als letzter Blue-Chips-Konzern Halbjahreszahlen vorlegen.

Aryzta (-0,2%) vermeldet derweil einen prominenten Zuzug im Verwaltungsrat. Jürgen Steinemann, hierzulande bekannt vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut, soll ins Gremium gewählt werden.

Unauffällig zeigen sich vorläufig auch die beiden Uhrentitel von Richemont und Swatch (je -0,2%), die in der Vorwoche noch überdurchschnittliche Gewinne erzielt hatten.

Am breiten Markt hat Alpiq vorbörslich Zahlen vorgelegt. Der Stromkonzern hat im ersten Halbjahr 2017 einen überraschend hohen Verlust erlitten. Zudem soll der im März 2016 angekündigte Teil-Verkauf des Wasserkraftportfolios vorerst auf Eis gelegt werden. Ausserdem liegen am breiten Markt definitive Zahlen von Ems Chemie und eine US-Zulassung für Kuros vor.

rw/cp

(AWP)