Aktien Schweiz Vorbörse: SMI tiefer erwartet - Politik drückt auf die Stimmung

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich ein schwächerer Auftakt ab. Die politischen Entscheidungen vom Wochenende haben unter dem Strich einen leicht belastenden Einfluss auf das Marktgeschehen. Die Vorgaben aus Übersee sind zudem nicht einheitlich. So ist der Dow Jones am Freitag nach einer flauen Sitzung letztlich etwas tiefer aus dem Handel gegangen. In Asien überwiegen ebenfalls die negativen Vorzeichen, während der Nikkei hinzu gewinnt.
25.09.2017 08:45

Auf Seiten der Politik ist hierzulande die Reform der Altersvorsorge überraschend deutlich gescheitert, während in Deutschland eine neue Bundesregierung gewählt wurde. Dabei haben vor allem die beiden etablierten grossen Parteien CDU und SPD deutliche Verluste verzeichnet, während die populistisch orientierte AfD als drittstärkste Partei hervorging. Laut Händlern drückt dies auf die Stimmung. Für eine gewisse Verunsicherung sorge auch der wieder etwas in den Vordergrund getretene Konflikt zwischen den USA und Nordkorea, heisst es von Händlern.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 08.20 Uhr 0,26% auf 9'112,57 Punkte. Von seinen 20 Blue Chips weisen lediglich die Aktien von ABB ein vorbörsliches Plus auf. Bei den restlichen 19 stehen Kursverluste zwischen 0,2 und 1,4% zu Buche.

Beim Industriekonzern ABB (+0,8%) reagieren Investoren freundlich auf die angekündigte Expansion in den USA, wo ABB die Sparte Industrial Solutions von General Electric (GE) übernimmt. Der Kaufpreis für die Sparte liegt bei 2,6 Mrd USD. Damit bestätigen sich entsprechende Spekulationen, die bereits am Freitag erneut hochgekocht hatten.

Mit zu den grössten vorbörslichen Verlierern zählen zunächst vor allem jene Werte, die in der Vorwoche gut abgeschnitten haben, wie etwa die Papiere der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse (beide -0,4%). Aber auch die Papiere von Zyklikern wie Adecco und LafargeHolcim (beide ebenfalls -0,4%) stehen zunächst vorbörslich schwächer da.

Noch deutlicher abwärts geht es für die Anteilsscheine des Backwarenkonzern Aryzta (-1,4%), der am Morgen seine Jahreszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 vorgelegt hat. Das Unternehmen hat sowohl beim Umsatz als auch Gewinn schwächer abgeschnitten, als die von AWP befragten Analysten im Schnitt geschätzt hatten.

Mit dem Markt fallen die drei Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis (alle -0,3%) vorbörslich zurück. Beim Nahrungsmittelkonzern Nestlé hatten zum Wochenschluss Spekulationen um seine L'Oréal-Beteiligung für Gesprächsstoff gesorgt, die auch am anstehenden Investorentag am morgigen Dienstag nochmals auf der Agenda stehen dürften.

Der Pharmakonzern Roche wiederum hat für sein Medikament Tecentriq (Atezolizumab) weitere Zulassungen erhalten.

Überdurchschnittlich abwärts geht es zudem für die Papiere von Clariant (-0,5%), nachdem die ursprünglich für Oktober/November angesetzte ausserordentliche Generalversammlung zur geplanten Fusion mit Huntsman laut "Sonntagszeitung" verschoben wird. Zuletzt gab es Spekulationen, ob es Nachforderungen beim Umtauschverhältnis geben könnte. Diesen Spekulationen erteilte ein Clariant-Sprecher eine Absage.

hr/ra

(AWP)