Aktien Schweiz Vorbörse: SMI wegen Nordkorea-Konflikt tiefer erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte zur Wochenmitte laut den vorbörslichen Indikationen klar im Minus eröffnen. Der Leitindex SMI wird demnach in der Startphase voraussichtlich unter die 9'100-Punkte-Marke rutschen. Als Grund dafür gilt die verbale Eskalation zwischen den USA und Nordkorea in der Nacht. Von Unternehmensseite liegen derweil kaum Nachrichten vor.
09.08.2017 08:45

Die nordkoreanischen Streitkräfte drohten den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Diese Stellungnahme erfolgte nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Land indirekt militärische Gewalt angedroht hatte. Die Worte Trumps hatten am Vorabend schon die gute Stimmung an den US-Börsen zunichte gemacht. Der Dow Jones Industrial ging mit einem leichten Minus aus dem Handel, nachdem er zuvor zehn Tage in Folge im Plus geschlossen hatte. Auch an den asiatischen Börsen ging es mit Ausnahme von China in der Folge abwärts.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,92% tiefer bei 9'077,69 Punkten.

Die verbale Eskalation zwischen den USA und Nordkorea liess über Nacht auch den Franken wieder etwas erstarken, was die Stimmung an der hiesigen Börse ebenfalls belasten dürfte. Der EUR/CHF-Kurs rutschte deutlich unter die 1,14er-Marke, der USD/CHF-Kurs unter die Grenze von 0,97. Die steigenden Kurse an der hiesigen Börse in den letzten Tagen wurde von Analysten auch auf den schwächeren Franken zurückgeführt, weil ein solcher den exportorientierten Schweizer Unternehmen hilft.

Abgesehen davon mangelt es an kursbewegenden News. Die vorbörslichen Kursausschläge sind gleichwohl relativ gross. Die Bandbreite reicht von -0,5% bis -1,3%.

Am besten halten sich demnach Vifor Pharma (-0,5%), die am Vortag die einzigen klaren Ausreisser bei den Blue Chips gewesen waren. Die Papiere hatten deutlich im Plus geschlossen, nachdem die Halbjahreszahlen besser als erwartet ausgefallen waren.

Die etwas geringeren Verluste entfallen auf nicht-zyklische Titel wie Lindt&Sprüngli (-0,6%), Swiss Life (-0,6%) und Swisscom (-0,7%). Auch die Schwergewichte Nestlé (-0,7%) und Roche (-0,8%) zählen zu dieser Gruppe. Letzteres ist mit dem US-Biopharma-Unternehmen Dermira eine Lizenzvereinbarung für seinen Asthma-Produktkandidaten Lebrikizumab eingegangen. Das US-Unternehmen leistet zunächst eine Einmalzahlung an Roche in Höhe von 80 Mio USD, je nach Erfolg winken Meilensteinzahlen von bis zu etwas mehr als 1 Mrd USD. Das dritte Schwergewicht Novartis (-1,0%) fällt derweil nicht gross auf.

Auf der anderen Seite sind Zykliker wie ABB und Adecco, die Luxusgüterkonzerne Swatch und Richemont sowie die Grossbanken UBS und CS mit Verlusten von 1,2% bis 1,3% bei den grössten Verlierern anzutreffen.

Auch am breiten Markt herrscht Nachrichtenflaute. Einzig von der Energiedienst Holding liegt die Meldung vor, man habe 51% der Aktien des Oberwalliser Start-up Winsun erworben.

rw/tp

(AWP)