Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefer erwartet - Konjunktursorgen greifen um sich

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich für den Donnerstag eine tiefere Eröffnung ab. Händler verweisen auf die negativen Vorgaben aus Fernost, wo die Börsen mit fallenden Kursen auf die steigenden geopolitischen Spannungen reagiert haben. "Es ist ein ganzes Bündel von Problemen, das uns heute in den Markt begleitet und für Abgaben auf breiter Front sorgen dürfte", sagt ein Händler.
20.08.2020 08:43

Neben den rasant steigenden Corona-Infektionszahlen sorgen sich die Anleger nämlich sehr wegen des brodelnden US-chinesischen Handelsstreits. Die Iran-Politik der US-Regierung verunsichert die Anleger zusätzlich. Präsident Donald Trump setzt dort weiter auf Konfrontation. So wollen die USA im Ringen um das Atomabkommens mit dem Land die Wiedereinsetzung aller UN-Sanktionen aus Zeiten vor dem Deal erzwingen. Ausserdem heizte die US-Notenbank mit warnenden Worten bezüglich der Wirtschaftslage die Konjunktursorgen weiter an.

Der von der Bank Julius Bär vorbörslich berechnete SMI büsst um 08.15 Uhr 0,77 Prozent auf 10'231,06 Zähler ein. 19 der 20 SMI-Titel werden tiefer indiziert. Einzig Swiss Life sind höher gestellt. Am Vortag hatte der Leitindex 1,39 Prozent höher geschlossen.

Die Aktien von Swiss Life werden als einziger Blue Chip um 1,5 Prozent höher indiziert. UBS hat die Empfehlung für den Lebensversicherer auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft.

Bei den Verlierern stehen ABB (-2,0% auf 23,60 Fr.) an der Spitze. Berenberg hat die Analyse mit dem Rating "Sell" wieder aufgenommen. Das Kursziel beträgt 20 Franken.

Die anderen SMI-Werte werden um 0,5 Prozent (SGS) und 1,0 Prozent (UBS) tiefer indiziert. Dabei halten sich eher defensive Werte wie Swisscom, Nestlé und Roche mit Abschlägen von einem halben Prozent besser als die Finanzwerte UBS und CS sowie die Zykliker wie Adecco oder LafargeHolcim, die gegen ein Prozent nachgeben.

Die Anteile der Luxusgüterproduzenten Swatch und Richemont werden um jeweils 0,8 Prozent niedriger gestellt. Die Uhrenexporte sind im Juli nominal um 17 Prozent gesunken.

Am breiten Markt, wo zahlreiche Firmen ihre Ergebnisse veröffentlicht haben, fallen Kudelski (-16%) negativ auf. Die Technologiefirma hat mit ihrem Halbjahresbericht die Anleger stark enttäuscht. Der Verschlüsselungs- und Zugangsspezialist Kudelski ist während der Corona-Pandemie noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

pre/kw

(AWP)

 
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