Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefer erwartet nach starkem US-Kursrutsch

Der Handel am Schweizer Aktienmarkt dürfte am Mittwoch nach dem schwachen Vortag mit weiteren Abgaben in den neuen Handelstag starten. Die US-Märkte hatten am Vorabend den stärksten Kursrückgang seit einem halben Jahr hinnehmen müssen, wobei sie auch noch nach Börsenschluss in Europa weiter nachgaben. Am Markt wurde von Gewinnmitnahmen, aber auch von zunehmenden Zweifeln an den Wahlversprechen von US-Präsident Donald Trump gesprochen. Auch die asiatischen Märkte sind in der Nacht deutlich ins Minus gerutscht.
22.03.2017 08:45

Die Investoren begännen in Frage zu stellen, ob Trump die zahlreichen Erwartungen auch nur einigermassen erfüllen könne, welche die Märkte seit seiner Wahl in ihn gesetzt hätten, kommentierte ein Marktanalyst. So zeichne sich nun ab, dass nicht nur die US-Gesundheitsreform sondern auch etwa die Umsetzung der in Aussicht gestellten Steuerentlastungen oder die Reform der Bankenregulierung noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen könne. Belastend wirken auch die rückläufigen Ölpreise.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr um 0,51% tiefer bei 8'571,30 Punkten.

Unter Druck stehen vor allem die Grossbankenwerte UBS und CS (je -0,9%). Bereits an den US-Börsen hatten die Bankenwerte stark nachgegeben, nachdem das Fed nun bei den weiteren Zinserhöhungen einen eher langsameren Kurs einschlagen dürfte. CS-Chef Tidjane Thiam hat zudem in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" einen Kapitalbedarf seiner Bank eingeräumt. Den Börsengang des Schweizer Geschäfts bezeichnete er dabei als nur eine Option und als "Rückversicherung" für die Investoren.

Überdurchschnittlich unter Druck stehen vorbörslich auch Novartis (-0,7%). Das Pharmaunternehmen hat am Morgen einen Rückschlag mit seinem Hoffnungsträger Serelaxin vermeldet. In einer Studie der späten Phase III ist das Ziel verfehlt worden, bei Beigabe des Medikaments zur Standardtherapie das Risiko eines kardiovaskulären Todes zu reduzieren oder eine Verschlimmerung des Herzversagens zu verhindern. Die beiden anderen SMI-Schwergewichte Roche und Nestlé (je -0,4%) geben dagegen leicht unter dem Gesamtmarkt nach.

Etwas stärker unter Druck stehen daneben eine Reihe von zyklischen Titeln wie ABB (-0,7%), Adecco oder LafargeHolcim (je -0,6%). Das UBS-Research hat das Rating für die Titel des Zementherstellers erhöht, bleibt aber beim Rating "Neutral" für die Titel. Die Uhrenwerte Swatch und Richemont (-0,5%) liegen ebenfalls mit dem Markt im Minus, nachdem sie am Vortag noch unter schwachen Uhrenexportdaten gelitten hatten.

Am breiten Markt werden Meyer Burger vorbörslich unverändert gestellt. Das Solarunternehmen hat für das Geschäftsjahr 2016 einen deutlichen Umsatzanstieg und erstmals seit 2011 einen positiven EBITDA vermeldet, unter dem Strich resultiert allerdings weiterhin ein klarer Verlust.

Zahlen vorgelegt hat zudem der Milchverarbeiter Emmi (vorbörslich kein Kurs). Das Unternehmen hat dabei die Prognosen der Analysten vor allem beim Gewinn aber auch der Dividende übertroffen. Auch die Immobiliengesellschaft Investis hat die Ergebnisse für 2016 präsentiert und einen leicht höheren Gewinn bekanntgegeben.

Positiv dürfte an der Börse die Nachricht des Pharmaunternehmens Newron aufgenommen werden, dass sein Medikament Safinamide grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde FDA für die Behandlung von Parkinson erhalten hat. Die FDA hatte die Zulassung 2014 wegen formalen Fehlern zunächst abgelehnt.

tp/cf

(AWP)