Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefere Eröffnung erwartet - Nestlé schwach gesehen

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte gemäss den vorbörslichen Kursen etwas leichter in den letzten Handelstag der Woche starten. Am Vortag hatte der SMI mit dem Schlusskurs von 8'980 Punkten den höchsten Stand seit November 2015 erreicht. Die Vorgaben zum Wochenausklang sind hingegen weiter eher freundlich. Die Investoren setzen auf einen klaren Sieg des europafreundlichen Emmanuel Macron beim entscheidenden Wahlgang in Frankreich am Sonntag, heisst es im Handel.
05.05.2017 08:44

Die US-Börsen schlossen am Donnerstag gehalten, während in Asien die chinesischen Märkte leichter tendierten. Die Kauflaune in den USA hielt sich nach der Fed-Sitzung vom Mittwoch und den jüngst etwas verhalteneren Konjunkturdaten in Grenzen. Demgegenüber sprühen die Anleger in der Schweiz und Europa offenbar vor Optimismus. Ob allerdings ein Wahlsieg Macrons einen ähnlichen Kurssprung auslösen kann wie die Resultate der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen, wird von Händlern angesichts der jüngsten Aufschläge in Frage gestellt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,31% tiefer bei 8'952,45 Punkten.

Grösster Verlierer sind vorbörslich Nestlé (-0,9%). Sie hatten allerdings am Vortag im späten Handel deutlich angezogen, ohne dass es hier konkrete Nachrichten gab. Damit hatte das Schwergewicht auch den SMI auf das neue Hoch getrieben. Offensichtlich kommt der Kurs nun etwas zurück.

Für etwas Unruhe sorgen die Pläne der SIX, für den SMI ab September 2017 ein Kappung der Gewichtung der Einzeltitel auf 18% festzulegen. Nestlé als grösster Titel im SMI mit einer Gewichtung von rund 23% dürfte darunter am stärksten leiden, aber auch Novartis und Roche (je -0,2%) sind knapp über bzw. knapp unter dieser Marke und könnten von gewissen Investoren verkauft werden.

Neben den grosskapitalisierten Werten finden sich auch die am Vortag gut nachgefragten Grossbanken UBS und CS (je -0,3%) unter den Verlierern. Und auch Swiss Re (-0,2%) kommen im Nachgang der Zahlen etwas zurück, zumal der Titel am Vortag 1,8% zugelegt hatte.

Einige Aktien könnten im Handelsverlauf auch noch stärker auf Analystenstimmen reagieren. So hat etwa die Royal Bank of Canada das Kursziel für Richemont (+0,4%) um 8 auf 95 CHF angehoben. Mit Verweis auf das Schmuckgeschäft bleibe das Unternehmen der bevorzugte Luxusgütertitel im Large Cap-Bereich, heisst es. Branchenachbar Swatch (-0,1%) tendieren demgegenüber mit dem Markt etwas tiefer. Für Givaudan (-0,2%) hat Bernstein das Kursziel leicht angehoben.

Die Syngenta-Aktionäre (Aktien vorbörslich +0,3%) haben von dem ChemChina-Angebot rege Gebrauch gemacht. Die Erfolgsquote erreichte nach vorläufigen Zahlen bis zum Ende der Angebotsfrist 80,7% und lag damit klar über der geforderten Schwelle von 67%. Damit kommt auch die Spezialdividende zur Auszahlung, was den Kurs stützt.

Im breiten Markt sorgt bei Panalpina (-2,5%) der Dividendenabschlag für ein Minus. Datacolor (kein vorbörslicher Kurs) hat Zahlen vorgelegt und im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis gesteigert.

yr/uh

(AWP)