Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefere Eröffnung erwartet - Novartis als Stütze

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag mit Abgaben in den Tag steigen. Während geo- und geldpolitische Sorgen auf die Börsenstimmung drücken, fehlten den Anlegern nach wie vor richtungsweisende Impulse, so ein Händler. Der Leitindex Dow Jones trat am Vorabend nach dem Handelsschluss in Europa mehr oder weniger auf der Stelle und die Börsen in Asien verzeichnen leichte Verluste. Hierzulande stützt im vorbörslichen Geschäft das Kursplus des Schwergewichts Novartis den breit nachgebenden Gesamtmarkt ein wenig.
06.07.2017 08:45

An der Börse warte nach wie vor auf News, die den Markt bewegen, meinen Händler. Derweil belaste die politische Unsicherheit um den jüngsten Raketentest Nordkoreas sowie die Erwartung einer möglicherweise strafferen Geldpolitik in der Eurozone und den USA die Stimmung. Das am Vorabend veröffentlichte Protokoll zur Fed-Sitzung hatte dabei kaum Hinweise zur künftigen Geldpolitik in den USA geliefert. Am Nachmittag könnte der ADP-Bericht für Bewegung sorgen. Er gilt als Gradmesser für den offiziellen Arbeitsmarktbericht vom kommenden Freitag.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,22% tiefer bei 8'934,70 Punkten. Von den 20 SMI-Werten notieren vorbörslich alle bis auf Novartis im Minus.

Wie bereits in den vergangenen Tagen dürften auch am (heutigen) Donnerstag die Bewegungen der Index-Schwergewichte das Börsengeschehen massgeblich beeinflussen. Belastet wird der Gesamtmarkt von den Abgaben von Nestlé (-0,2%) und Roche (-0,5%). Dabei leiden die Genussscheine des Pharmakonzerns unter einer Ratingabstufung der UBS auf "Neutral" von zuvor "Buy". Der zuständige Analyst rechnet in der Onkologie mit stärkerer Konkurrenz für Roche.

Die Roche-Abstufung könnte zu Positionsverschiebungen zu Novartis führen. Die Titel legen im vorbörslichen Geschäft als einziger Blue Chip zu und liegen derzeit mit 0,2% im Plus. Dabei dürfte die in der EU gewährte Zulassungserweiterung für das Mittel Cosentyx an der Börse als Randnotiz wahrgenommen werden und den Aktienkurs kaum beeinflussen.

Die Bankaktien von UBS und Credit Suisse büssen vorbörslich um je 0,4% ein, jene des Versicherers Zurich verlieren 0,3%. Dabei ist die Zurich auf der Suche nach einem Nachfolger für den Verwaltungsratspräsidenten Tom de Swaan fündig geworden. Den Aktionären wird an der Generalversammlung im kommenden Jahr die Zuwahl des früheren Swiss-Re-CEO Michel Liès vorgeschlagen.

Bei den Zyklikern verlieren ABB und Adecco je 0,4% und Lonza 0,3%. Der Lifesciencekonzern hat die im Dezember angekündigte, 5,5 Mrd USD teure Übernahme des amerikanischen Mitbewerbers Capsugel abgeschlossen.

Am breiten Markt steht am Donnerstag das Börsendebut der Versandapotheke Zur Rose im Fokus. Die Titel erfreuten sich während der Bookbuilding-Periode einer guten Nachfrage: Nachdem die ursprüngliche Preisspanne zunächst von 120-140 CHF auf 135-140 CHF eingegrenzt worden war, hat Zur Rose den Angebotspreis schlussendlich am oberen Ende der Bandbreite bei 140 CHF festgesetzt. Das Orderbuch sei "mehrfach überzeichnet" worden, hiess es.

Danke dem Börsengang fliessen Zur Rose inklusive der den Banken zugesprochenen Mehrzuteilungsoption rund 233 Mio CHF zu. Dieses Geld soll unter anderem in den Ausbau des Deutschland-Geschäfts fliessen. Aber auch in der Schweiz baut Zur Rose ihre Aktivitäten unter anderem in Kooperation mit der Migros aus. So eröffnet am Tag des IPO in Bern die erste Shop-in-Shop-Apotheke in einer Migros-Filiale.

Weiter hat die Kudelski-Tochter Conax (Kudelski-Kurs: +0,7%) mit dem US-Kommunikationskonzern AT&T und dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE namhafte Partner für den Vertrieb von Lösungen in den Bereichen Video-Verteilung bzw. IPTV-Sicherheit gewonnen. Logitech legen nach der Publikation einer Analystenstudie vorbörslich entgegen dem Trend ebenfalls um 0,7% zu.

mk/rw

(AWP)