Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefere Kurse erwartet - Trump verhängt neue Strafzölle

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag von wachsenden Handelssorgen belastet tiefer eröffnen. Bereits am Vorabend hatte die Wall Street bis zum Ende der Sitzung weiter nachgegeben. Insbesondere Technologiewerte kamen dabei unter Druck. Hierzulande hat derweil der Spezialchemiekonzern Clariant mit dem neuen saudischen Grossaktionär die Weichen für die Zukunft gestellt und Nestlé den Lebensversicherer Gerber Life verkauft. Beide Titel legen vorbörslich entgegen dem Markttrend zu.
18.09.2018 08:45

Belastet wird die Börse durch die nächste Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China. Wie in den vergangenen Wochen bereits spekuliert worden war, belegen die USA weitere chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen. Nun werde am Markt gespannt darauf gewartet, welche Vergeltungsmassnahmen Peking verhängen wird, so ein Händler. Presseberichten zufolge wird nächste Woche keine chinesische Handelsdelegation für die geplanten Gespräche in die USA reisen.

Um 08.15 Uhr verliert der SMI im vorbörslichen Handel von Julius Bär trotz der insgesamt schwachen Stimmung lediglich 0,06 Prozent auf 8'931,08 Punkte. Damit steht der Schweizer Markt im europäischen Vergleich weniger stark unter Druck. Gestützt wird der SMI vor allem von Nestlé.

Clariant rücken um deutliche 5,7 Prozent vor. Der Konzern kündigte an, dass man die eigenen Geschäftsbereiche mit Additiven und hochwertige Masterbatches mit Teilen des Grossaktionärs Sabic zusammenführen wird. Die Muttenzer erwarten von der Kooperation mit Sabic einen Wachstumssprung.

Nestlé gewinnen 0,7 Prozent. Der Nahrungsmittelkonzern verkauft Gerber Life für 1,55 Milliarden US-Dollar an die Western & Southern Financial Group und will das Geld in sein Kerngeschäft investieren. Der Verkauf kommt nicht überraschend: Nestlé hatte bereits Anfang Jahr angekündigt, dass man für das Gerber Life-Geschäft "strategische Optionen" prüft.

Die weiteren vorbörslich gehandelten Titel verlieren dagegen an Wert, die meisten geben zwischen 0,2 und 0,3 Prozent nach. So auch die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis, oder die Grossbanken UBS und Credit Suisse. Und auch Zykliker wie ABB, oder die Luxusgütertitel von Swatch und Richemont (alle -0,3%) dürften mit den China-Sorgen unter Druck stehen.

Am breiten Markt fallen die vorbörsliche Abgaben von Basilea auf (-2,8%). Baader Helvea hat das Kursziel gesenkt und die Verkaufsempfehlung bekräftigt. Mit ein Grund sei der Einbezug der 200 Millionen Franken schweren Wandelanleihe in seine Berechnungen, hielt der Analyst fest.

mk/cf

(AWP)