Aktien Schweiz Vorbörse: US-Regierung irritiert und sorgt für schwache Vorgaben

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich für den Mittwoch eine schwache Eröffnung ab. Nach negativen Vorgaben aus den USA und aus Asien dürfte der SMI damit an seine deutlichen Verluste des Vortages anknüpfen. Das Zwischenhoch von vergangener Woche scheint damit zumindest für den Moment vorbei. Geprägt wird das Sentiment insbesondere von den neuen Turbulenzen um die Regierung in den USA. Die abrupte Entlassung des US-Aussenministers Rex Tillerson durch Präsident Donald Trump sorgt für Irritationen.
14.03.2018 08:45

Das Geschehen in den obersten Rängen der US-Administration werde an den Märkten immer mehr als Zeichen für Unordnung oder gar als Chaos wahrgenommen, hiess es in Börsenkreisen. Dies sorge zunehmend für Verunsicherung, zumal das Team von Trump den Finanzmärkten gegenüber immer weniger wohlwollend erscheine. Im Tagesverlauf rücken weitere Konjunkturdaten aus den USA in den Fokus, insbesondere die Daten zu den Produzentenpreisen, welche neue Hinweise zur Inflation liefern werden.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI notiert um 08.20 Uhr 0,18% tiefer bei 8'864,77 Punkten.

Auf Seiten der Bluechips ist die Nachrichtenlage zur Wochenmitte sehr dünn, entsprechend erwarten Marktteilnehmer denn auch eine wenig inspirierte Sitzung.

Vorbörslich weisen alle grosskapitalisierten Werte ein Minus auf, dass sich im Bereich von 0,1% bis 0,3% bewegt.

Credit Suisse stehen etwas im Fokus, nachdem sich CEO Tidjane Thiam in einem Interview unter anderem zur künftigen Verwendung überschüssiger Mittel geäussert hat. Demnach zieht er Aktienrückkäufe der Dividendenauszahlung vor, da dies dem Unternehmen mehr Flexibilität verleihe und die Verwässerung durch frühere Kapitalerhöhungen reduziere.

Seitens Sika wurde am Vorabend bekannt, dass der Verwaltungsrat die Vorschläge der Erbenfamilie Burkard bzw. der SWH-Holding zu Handen der Generalversammlung ablehnt. So wird wohl auch die kommende GV von Mitte April umstritten werden. Die SWH-Holding der Besitzerfamilie, die ihre Stimmrechtsmehrheit an den französischen Saint-Gobain verkaufen will, hatte eine Sonderprüfung zur Verwaltungsrätin Monika Ribar verlangt. Untersucht werden sollen Fragen zum Verwaltungsratsmandat der SBB-Präsidentin bei der "Capoinvest" im Verhältnis zu ihrem Sika-Mandat.

Für Geberit, welche am Vortag nach guten Jahresergebnissen weniger nachgaben als der Gesamtmarkt, hat die UBS das Kursziel etwas gesenkt, die Einstufung "Neutral" aber belassen.

Für Swisscom hat dagegen JP Morgan das Kursziel deutlich erhöht, damit aber lediglich die starke Kursentwicklung der Aktie im vergangenen Jahr nachvollzogen. Das Rating lautet unverändert "Underweight". Das neue Kursziel von 480 CHF liegt denn auch noch immer klar unter dem aktuellen Wert je Swisscom-Aktie von über 500 CHF.

Im breiten Markt fallen Tecan (-0,9%) nach Zahlen mit einem stärkeren Minus auf. Etwas deutlicher geben auch Sunrise (-0,9%) nach, welche von JP Morgan auf "Neutral" von "Overweight" zurückgestuft wurden. Die Aktien würden nahe an ihrem fairen Wert gehandelt, hiess es unter anderem dazu vom US-Institut.

Panalpina (+0,4%) schwenken dagegen auf einen Erholungskurs ein, nachdem der Titel am Vortag klar über 2% eingebüsst hat.

cf/tp

(AWP)