Aktien Schweiz Vorbörse: Verhaltener Start in die Sitzung zu erwarten

Der Schweizer Aktienmarkt steuert am Donnerstag auf eine wenig veränderte Eröffnung mit leicht negativer Tendenz zu. Eine Mehrheit der Titel verzeichnet im vorbörslichen Geschäft Abgaben, gesuchte Novartis sowie die etwas festeren Banken halten den SMI allerdings in der positiven Zone. Geprägt wird die Stimmung mangels wichtiger Unternehmensnachrichten von der wie erwartet ausgefallenen Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank am Vorabend. Diese geht damit ihren Weg weiter, die Geldpolitik nach den Jahren der Finanzkrise zu normalisieren. An den US-Aktienmärkten wurde der Schritt in einer ersten Reaktion verhalten aufgenommen.
15.06.2017 08:44

Der Fokus der Investoren ist allerdings bereits wieder nach vorne gerichtet. So hat das Fed einen weiteren Zinsschritt im laufenden Jahr in Aussicht gestellt. Die wichtigere Nachricht war indes, dass die Notenbank demnächst damit beginnen will, ihre massiv ausgeweitete Bilanz zurückzufahren.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,08% höher bei 8'856,87 Punkten.

Hierzulande steht am Donnerstag zudem die Schweizerische Nationalbank mit ihrer neuesten geldpolitischen Lagebeurteilung im Fokus. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die SNB ihre Zinsen unverändert lassen wird, unabhängig von der US-Notenbank. Denn wichtiger als diese ist für die SNB die EZB, und dort stehen die Zeichen noch keineswegs auf Straffung der ultraexpansiven Geldpolitik.

Novartis legen mit einem vorbörslichen Plus von 0,5% auffallend zu und belegen damit die Spitzenposition innerhalb des SMI. Das Pharmaunternehmen hat am Morgen neue positive Daten für das Psoriasis-Mittel Cosentyx vorgelegt, welche anlässlich der europäischen Rheumakongresses in Madrid vorgestellt wurden.

Fester zeigen sich auch die Banken, von denen CS und Julius Bär 0,2% höher gehandelt werden und UBS 0,1%. Die Banken profitieren am ehesten von wieder steigenden Zinsen. Ausserdem hat die SNB in ihrem neuesten Stabilitätsbericht den hiesigen Grossbanken eine weitere Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert. Credit Suisse und UBS seien auf Kurs, um die verschärften Anforderungen der "Too big to fail"-Gesetzgebung (TBTF2) zu erfüllen, hiess es bei der SNB. Verbesserungspotential besteht allerdings noch bei der Leverage Ratio.

Die meisten der übrigen gehandelten Titel zeigen ein kleines Minus im Bereich von -0,1% oder weniger, so etwa auch ABB. Der Industriekonzern wurde in der "Financial Times" als möglicher Interessent für eine Übernahme der schwedischen Konzerns Hexagon genannt. Dieser habe Berater mit der Suche nach möglichen Käufern genannt.

Sonova (-1,5%) werden Ex-Dividende von 2,30 CHF gehandelt.

Basilea ragen unter den vorbörsliche gehandelten Titel mit einem Plus von 6% heraus. Das Biopharma-Unternehmen hat mit Pfizer eine Vertriebsvereinbarung für sein Mittel Cresemba (Isavuconazol) für Europa, Russland, die Türkei und Israel abgeschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Basilea 70 Mio CHF Abschlagszahlung und hat Anspruch auf weitere Meilensteinzahlungen von bis zu 427 Mio USD sowie umsatzabhängige Lizenzgebühren im zweistelligen Prozentbereich.

cf/ys

(AWP)