Aktien Schweiz Vorbörse: Weitere Abgaben erwartet - Schwache Vorgaben

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Mittwoch mit schwacher Tendenz eröffnen und somit weiter nachgeben. Nach dem guten Wochenauftakt mit Jahreshöchstkursen hat der Leitindex SMI klar an Schwung verloren und rutschte bereits am Dienstag unter die Schwelle von 9'300 Punkten. Schwache Vorgaben aus den USA und insbesondere aus Asien deuten daraufhin, dass sich die Konsolidierung mit Blick auf die immer noch hohen Bewertungen zunächst fortsetzen wird. Der starke Yen und schwache Kupferpreise hätten in Tokio zu Gewinnmitnahmen geführt, heisst es. Hierzulande hat der Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit einer Milliardenübernahme im Bereich Consumer Health auf sich aufmerksam gemacht.
06.12.2017 08:45

Das Jahresendrally lasse weiterhin auf sich warten, meint ein Händler. Viele institutionelle Anleger seien daran, ihre Bücher für dieses Jahr zu schliessen oder hätten dies bereits getan. Die sehr gute Jahresperformance sei daher grösstenteils bereits "eingebucht". Gleichzeitig würden die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten den Anlegern zunehmend Sorgen bereiten, so ein weiterer Marktbeobachter. Dies habe sich bereits anhand des Ausverkaufs bei Technologiewerten in den vergangenen Tagen gezeigt. Am Nachmittag könnte derweil die ADP-Beschäftigungsumfrage, die als Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht vom Freitag gilt, die Märkt zusätzlich bewegen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete SMI steht um 08.20 Uhr 0,59% tiefer bei 9'233,81 Punkten. Dabei büssen bis auf SGS alle SMI-Titel an Wert ein.

Nestlé verlieren vorbörslich 0,5%. Der Nahrungsmittelkonzern hat für 2,3 Mrd USD die kanadische Atrium Innovations übernommen. Die Übernahme stehe ganz im Zeichen der eingeschlagenen Strategie des neuen Nestlé-Chefs Mark Schneider, das Wachstumsfeld Consumer Health zu stärken, so ein Analyst. Allerdings mache der zugekaufte Umsatz von rund 700 Mio USD weniger als 1% des jährlichen Nestlé-Umsatzes aus.

Die beiden weiteren Index-Schwergewichte Novartis und Roche büssen im vorbörslichen Geschäft 0,9% bzw. 0,5% ein. Händlern zufolge hat eine US-Grossbank das Rating von Novartis auf "Underperform" abgestuft, was die Titel am Berichtstag belasten dürfte. Weiter wurde am Dienstagabend bekannt, dass der Verwaltungsrat des auf Nuklearmedizin spezialisierten Unternehmens Advanced Accelerator Applications (AAA) das Übernahme-Angebot von Novartis zur Annahme empfohlen hat. Novartis hatte Ende Oktober ein Angebot für AAA in Höhe von 3,9 Mrd USD lanciert.

Demgegenüber hat die Roche-Tochter Genentech in den USA für das Krebsmittel Avastin eine weitere Zulassung erhalten. Avastin wurde neu vollständig für die Behandlung von erwachsenen Personen mit Glioblastom, das ist eine aggressive Form von Hirntumor, zugelassen. Avastin kam in dieser Indikation bereits provisorisch zum Einsatz, nachdem bei den Patienten eine Ersttherapie nicht die erhofften Erfolge gezeigt hat.

Deutlichere Abgaben sind auch bei Zyklikern und Finanzaktien zu sehen. Titel wie ABB und Adecco geben um je 0,7% nach und die Grossbanken Credit Suisse und UBS verlieren beide 0,8%. Zu reden gibt bei den Grossbanken die in den USA geplante Steuerreform. Für die beiden Schweizer Banken würde dies bedeuten, dass sie Milliarden auf ihre Steuergutschriften in den USA abschreiben müssten.

Am breiten Markt rechnet der Kolbenkompressorenhersteller Burckhardt Compression (Aktie: -0,6%) mittelfristig mit Wachstum und einer Verbesserung der Marge. Im Blick haben die Anleger auch die auf Schliesstechnik und Zugangssysteme spezialisierte Dormakaba (-0,6%). Anlässlich des Capital Markets Day wurden die Ziele bestätigt.

mk/ra

(AWP)