Aktien Schweiz Vorbörse: Weitere Verluste erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Mittwoch im roten Bereich eröffnen. Gemäss den vorbörslichen Indikationen wird der Leitindex SMI dabei fast auf die 8'500-Punkte-Marke abrutschen, nachdem er schon am Vortag gut 1% nachgegeben hatte und auf den tiefsten Stand seit Ende Februar gefallen war. Laut Analysten drücken die diversen politischen Unwägbarkeiten den Finanzmärkten den Stempel auf. Es würden Gewinne mitgenommen. Am Vorabend war dies auch an der Wall Street spürbar, wo die Indizes ebenfalls nachgegeben hatten.
19.04.2017 08:45

Zu den politischen Risiken zählen in erster Linie die Präsidentschaftswahlen in Frankreich vom Wochenende, aber auch die überraschend angekündigten Neuwahlen in Grossbritannien, der Streit zwischen den USA und Russland zu Syrien sowie der Atomstreit mit Nordkorea. All dies lies zuletzt auch den Schweizer Volatilitätsindex (VSMI) ansteigen, der als "Angstbarometer" gilt. Er ist am Vortag auf den höchsten Stand seit dem vergangenen November geklettert, als die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten für massive Verunsicherung gesorgt hatte.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,30% tiefer bei 8'503,61 Punkten.

Abgesehen von ABB (-3,5%, -0,79 CHF), die am Berichtstag Ex-Dividende (0,76 CHF) gehandelt werden, notieren alle Blue Chips im Bereich von -0,1% bis -0,3%.

Im Fokus bleiben die Grossbanken CS (-0,2%)und UBS (-0,3%), nachdem diese am Vortag zu den grössten Verlierern gezählt hatten. Sie litten dabei unter anderem unter den überraschend schwachen Quartalszahlen von Goldman Sachs. Die CS bleibt zudem wegen der anstehenden Generalversammlung im Gespräch. Am Vorabend hatte der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS seine Empfehlungen dazu leicht angepasst: So lehnt er den Vergütungsbericht als Ganzes nach wie vor ab, stimmt aber einzelnen Vergütungstraktanden nun zu.

Unter verstärkter Beobachtung sind ausserdem Swisscom (-0,1%). Der Telekomkonzern sieht sich einmal mehr mit einer negativen Analysteneinschätzung konfrontiert. So hat Barclays das Kursziel deutlich gesenkt und die Einstufung 'Underweight' bestätigt. Der Analyst ist bei den anstehenden Quartalszahlen vor allem auf den Ausblick gespannt, der gemäss seiner Einschätzung den diversen Produktaktionen der Konkurrenz Rechnung tragen müsste.

Ins Blickfeld rücken zudem die Blue Chips, zu denen es am Donnerstag Zahlen gibt: Es sind dies nebst ABB die schwergewichtigen Nestlé (-0,1%) sowie Kühne+Nagel (-0,2%). Zu letzteren gab es am Vorabend die Meldung, dass in Schottland für das Öl- und Gasgeschäft ein neuer Ableger eröffnet wurde.

Die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche (je -0,2%) halten sich Rahmen des Gesamtmarktes. Roche wird am Fachkongress der American Academy of Neurology neue Daten zu seinem kürzlich zugelassenen Mittel Ocrevus vorstellen. Diese würden die Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels in der Behandlung von multipler Sklerose nochmals untermauern, teilte die Gesellschaft mit.

Am breiten Markt hat die Jungfraubahn den Jahresabschluss 2016 vorgelegt und die Immobiliengesellschaft Hiag einen Vermietungserfolg vermeldet. Zudem rückt der Abschied der Gategroup von der Börse näher: Die Papiere werden laut den neusten Angaben per 27. April dekotiert, nachdem die Gesellschaft im letzten Dezember von der chinesischen HNA-Gruppe übernommen worden war.

rw/tp

(AWP)