Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig Bewegung zum Wochenstart

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag wenig verändert in die verkürzte Handelswoche nach dem 1.-Mai-Feiertag starten. Für den SMI zeichnet sich eine praktisch unveränderte Eröffnung leicht oberhalb der 8'800-Punkte-Marke ab. In der Vorwoche war der Leitindex auf den höchsten Stand seit Dezember 2015 gestiegen, und der breite SPI war vorübergehend sogar erstmals in seiner Geschichte in den fünfstelligen Bereich vorgerückt, ehe kurz vor dem langen Wochenende moderate Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten.
02.05.2017 08:45

Als Auslöser für die gute Stimmung galt der Ausgang des ersten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen, bei dem der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron seine Favoritenrolle bestätigte. Laut Analysten dürfte der Optimismus der Investoren vorerst anhalten. Die alte Börsenweisheit "Sell in may and go away" sei daher eher nicht angebracht - sofern politische Horrorszenarien ausblieben. Einen leichten Dämpfer für das Börsengeschehen sind allerdings die neuesten Konjunkturdaten aus den USA und China. Hierzulande sorgt abgesehen davon die Berichtsaison für Diskussionsstoff.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,04% höher bei 8'816,11 Punkten.

Fast alle Blue Chips notieren vorbörslich minimal im Plus. Etwas ausgeprägtere Gewinne zeichnen sich dabei einzig bei Clariant (+0,3%) ab, die von einer noch etwas positiveren Einschätzung der UBS-Analysten profitieren. Die Zuversicht in das Gewinnwachstum sei weiter gestiegen, heisst es in einem Kommentar.

Die Schwergewichte von Nestlé, Novartis und Roche zeigen hingegen Entwicklungen im Rahmen des Gesamtmarktes. Novartis hatte am Freitagabend die US-Marktzulassung für das Leukämiemedikament Rydapt erhalten, Roche am Montag die US-Genehmigung für ein Testverfahren.

Auch UBS (+0,1%) fallen nicht gross auf. Die Grossbank muss zur Beilegung eines US-Immobilien-Rechtsstreits tief in die Tasche greifen. Sie bezahlt in Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von zwei Genossenschaftsbanken 445 Mio USD an die National Credit Union Association (NCUA). Schon im März war jedoch eine Grundsatzvereinbarung dazu erzielt worden, und das Finanzinstitut hatte in der Folge ihre Rückstellungen erhöht.

Negativ fallen hingegen die beiden Blue Chips auf, die vorbörslich Zahlen vorgelegt haben. So büssen Dufry 2,0% ein und Geberit 0,7%.

Die Aktien von Dufry dürften somit knapp an den bisherigen Kursrekorden vom Sommer 2014 vorbeischrammen. Das organische Wachstum erfuhr beim Betreiber von Zollfreiläden in den ersten drei Monaten zwar eine weitere Beschleunigung. Mit Ausnahme der starken Bruttogewinnmarge weiss die Margenentwicklung laut ersten Kommentaren allerdings nicht zu überzeugen.

Geberit hat die die Erwartungen der Analysten mit den Quartalszahlen in etwa getroffen. Das sich abzeichnende Minus wird mit Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf der Aktie in letzter Zeit erklärt. Ein leiser Dämpfer ist ausserdem, dass es für das Gesamtjahr 2017 nach wie vor keine konkreten Ziele gibt.

Am breiten Markt stehen die Oerlikon-Papiere (+2,0%) nach der Vorlage von Quartalszahlen im Scheinwerferlicht. Ausserdem richtet sich die Aufmerksamkeit auf MCH, nachdem die Basler Messebetreiberin am Montag eine Grossübernahme in den USA angekündigt hat. Bei Lastminute.ch könnten zudem neue Zielsetzungen für Bewegung sorgen. Ausserdem liegen noch Jahreszahlen von Kleinstwerten wie Highlight E&E und Relief Therapeutics vor.

rw/cp

(AWP)