Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig verändert, aber tendenziell freundlich

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag im vorbörslichen Geschäft kaum verändert. Die einzelnen Titel werden allerdings allesamt höher gestellt, wenn auch minim, was zumindest eine knapp höhere Eröffnung des Gesamtmarktes erwarten lässt. Insgesamt fehlen dem Markt entscheidende Impulse für eine klare Richtung. Die Vorgaben aus den USA sind in etwa neutral, dafür zeigten sich in China und vor allem in Japan die Aktien am Donnerstag stärker. Allerdings hat sich in China die Stimmung bei kleineren und mittleren Industriebetrieben im Mai anders als bei grösseren und staatlichen Konzernen überraschend eingetrübt.
01.06.2017 08:45

Von Interesse war die Publikation des "Beige Book" der amerikanischen Notenbank am Vorabend, welches für die US-Wirtschaft anhaltendes Wachstum signalisierte. Die Wirtschaft in den USA laufe zwar nicht auf allen Zylindern auf Hochtouren, meinte ein Marktteilnehmer dazu, sei aber dennoch robust genug für eine Zinserhöhung im Juni. Ein Mitglied der US-Notenbank Fed hat in diesem Zusammenhang an einer Veranstaltung in Asien verlauten lassen, dass das Fed die Zinsen im laufenden Jahr gar drei oder viermal anheben könnte. Als eher belastend für das Börsensentiment wird die anhaltende Schwäche des Ölpreises hervorgehoben.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,04% höher bei 9'020,60 Punkten.

Clariant fallen mit einem deutlicheren Plus von 0,6% vorbörslich aus dem Rahmen. Der Titel erhält von positiven Kommentaren im Anschluss an eine Veranstaltung für Analysten im Zusammenhang mit dem geplanten Merger mit Huntsman etwas Unterstützung. Baader Helvea etwa sieht attraktives Aufwärtspotential für die Aktie, auch wenn es laut dem Institut bessere Optionen für das Unternehmen als den Zusammenschluss mit Huntsman gegeben hätte. Weiter streicht das Institut die Erholung in verschiedenen Schlüsselmärkten von Clariant hervor oder auch die weiterhin bestehende Möglichkeit einer höheren Gegenofferte.

Alle übrigen vorbörslich gehandelten Titel legen zwar ebenfalls zu, die Aufschläge bleiben aber ohne Ausnahme unter 0,1%.

So etwa auch bei Kühne+Nagel nach einer Kurszielerhöhung durch die Deutsche Bank bei unverändertem Rating "Hold". Die Bank hat die Annahmen für das Volumenwachstum sowohl für die Bereiche See- und Luftfracht leicht angehoben. Der Markt dürfte aber die verbesserten makroökonomischen Erwartungen bereits eingepreist haben. Anlässlich einer Branchenstudie hat die Deutsche Bank auch das Kursziel für Panalpina leicht erhöht, hier aber die Empfehlung "Sell" bestätigt. Angesichts des anhaltenden Margendrucks in der Branche seien die Titel hoch bewertet.

Auch Temenos fallen nach einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs nicht weiter auf.

Für die Richtung des Gesamtmarktes ausschlaggebend wird die Entwicklung der Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche sein. Novartis haben am Vortag klar überdurchschnittlich zugelegt und auch Nestlé stützen den Gesamtmarkt. Nestlé hat nun allerdings vor dem Europäischen Patentamt eine Niederlage gegen EEC in einem schon länger dauernden Patentstreit erlitten. Im vorbörslichen Geschäft zumindest hinterlässt diese Nachricht keine Spuren.

cf/ra

(AWP)