Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig verändert erwartet - Trump sorgt für Unruhe

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag wenig verändert in den letzten Tag der verkürzten Osterwoche starten. Eine Reihe von Investoren sind bereits in den Osterferien, entsprechend wird mit einem eher dünnen Handel gerechnet. Die Vorgaben der US-Märkte sind in etwa neutral, die US-Indizes hatten sich nach dem europäischen Börsenschluss kaum mehr bewegt. In Asien haben dagegen vor allem die von einem steigenden Yen-Kurs belasteten Märkte in Japan klar nachgegeben.
13.04.2017 08:45

Für Unruhe vor allem an der Währungsfront hat US-Präsident Donald Trump gesorgt, der in einem Zeitungsinterview vor einem allzu starken US-Dollar warnte. Zudem drückte er eine klare Präferenz für tiefe Leitzinsen aus, eine erneute Nominierung von Fed-Chefin Janet Yellen liess er offen. Auf der Konjunkturseite stehen in den USA am Nachmittag Daten zu den Produzentenpreisen und zum Konsumentenvertrauen an. Zudem läuft dort die Quartalsberichtssaison mit den Abschlüssen mehrerer grosser Banken an.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,03% höher bei 8'666,38 Punkten. Fast alle Bluechips notieren zwischen 0,02% und 0,09% im Plus

Die Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta (unv.) durch ChemChina biegt nun definitiv in die Schlussgerade ein. Der chinesische Konzern hat das Kaufangebot wohl ein letztes Mal bis zum 4. Mai verlängert. Am Vortag hatten Syngenta noch deutlich zugelegt, nachdem auch die chinesischen Behörden der Übernahme zugestimmt hatten. Ausstehend ist nun noch die wettbewerbsrechtliche Genehmigung durch Indien.

Leicht fester notieren vorbörslich einige typische zyklische Werte wie ABB, Adecco und LafargeHolcim (je +0,1%). Die Analysten von Barclays haben in einer Branchenstudie das LafargeHolcim-Kursziel im Vorfeld der Quartalszahlen-Publikation leicht erhöht, bleiben aber bei ihrem Rating "Equal Weight". Sie erwarten nicht zuletzt eine Preiserholung in Schlüsselmärkten wie etwa die USA, Mexiko und Ägypten.

Ebenfalls etwas fester werden die Grossbankentitel UBS und CS und die Versicherungstitel Swiss Re und Zurich (je +0,1%) gesehen. Swiss Re rechnet wegen dem Tropensturm Debbie, der Ende März in Nordosten Australiens auf Land getroffen ist, mit Schadenskosten von rund 350 Mio USD, wie der Rückversicherer mitgeteilt hat. Die Zurich Insurance hat am Morgen ihrerseits den Abschluss der Übernahme des australischen Reiseversicherers Cover-More bekannt gegeben.

Kaum verändert werden die grosskapitalisierten Pharmakonzerne Novartis und Roche gesehen. Auch die Titel des Börsen-Schwergewichts Nestlé, die am Vortag deutlich zugelegt hatten, notieren nur minim im Plus.

Bei Sika (-1,5%) belastet derweil der Dividendenabgang.

Im breiten Markt gibt es vorbörslich wenig Bewegung auch bei den Barry-Callebaut-Titeln. Nach dem am Vortag vorgelegten Halbjahreszahlen erhöhen verschiedene Analysten ihre Kursziele für die Titel des Schokoladenkonzerns. Dabei bleiben die Société Générale und Berenberg bei ihrer "Hold"-Empfehlung, während Kepler Chevreux die Aktien weiter zum Kauf empfiehlt.

Der Spezialkunststoff-Hersteller Gurit (ohne vorbörslichen Kurs) hat einen leicht rückläufigen Umsatz für das erste Quartal vermeldet, währungsbereinigt stiegen die Umsätze leicht an. Allerdings wurden die Erwartungen der Analysten damit verfehlt. Der Industriekonzern Tornos hat an seiner Generalversammlung eine verbesserte Nachfrage mitgeteilt. Zudem hat am Vorabend die Beteiligungsgesellschaft Nebag einen Gewinnanstieg für 2016 bekanntgegeben.

Verschiedene weitere Unternehmen werden erstmals ohne Dividende gehandelt, darunter Sunrise (-4,3%), OC Oerlikon (-2,7%), Tecan (-1,0%) sowie Bell und Zug Estates (ohne vorbörslichen Kurs).

tp/ys

(AWP)