Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig verändert gesehen vor ereignisreichem Donnerstag

Der Schweizer Aktienmarkt wird am Mittwoch bei einer ruhigen Nachrichtenlage wenig verändert erwartet. Nach dem deutlichen Kursrückgang vom Vortag dürften sich die Anleger vor allem im Hinblick auf den ereignisreichen Donnerstag zurückhalten, heisst es von Marktbeobachtern. Neben den britischen Parlamentswahlen steht am Donnerstag die Sitzung der Europäischen Zentralbank an, zudem findet am gleichen Tag in den USA die öffentliche Anhörung des ehemaligen FBI-Direktors James Comey vor dem Geheimdienst-Ausschuss des US-Senats statt.
07.06.2017 08:45

Von der EZB-Sitzung erhoffen sich die Beobachter neue Hinweise über die Fortführung der expansiven Geldpolitik. Weil die Inflationsrate im Euroraum zuletzt wieder gefallen ist, wird von EZB-Chef Mario Draghi trotz einer anziehenden Konjunktur aber ein zurückhaltender Ton erwartet. In den USA könnten die Aussagen des ehemaligen FBI-Direktors für neue Unruhen um die Trump-Administration sorgen und damit auch das von den Märkten erhoffte umfangreiche Programm zur Stimulierung der US-Wirtschaft gefährden, fürchten Marktteilnehmer.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,01% im Minus bei 8'907,46 Punkten. Praktisch alle Titel notieren dabei zwischen 0,03% und 0,08% im Plus, tiefer gestellt werden lediglich die bereits am Vortag sehr schwachen Roche.

Die Genussscheine des Pharmaschwergewichts Roche notieren vorbörslich weitere 0,4% schwächer, nachdem die Titel am Dienstag um 5,5% abgegeben und damit die Indizes stark belastet hatten. Der Grund für den Kursrutsch waren enttäuschende Studiendaten über eine Kombinationstherapie der Roche-Brustkrebsmedikamente Perjeta und Herceptin, die auch zu Senkungen der Gewinnschätzungen und der Kursziele durch eine Reihe von Research-Häusern führten. Novartis, die am Vortag noch moderat nachgegeben hatten, notieren vorbörslich derweil 0,1% fester.

Minim im Plus zeigen sich auch die schwergewichtigen Nestlé, die am Dienstag zwischenzeitlich noch ein neues Allzeithoch markiert hatten. Das Berenberg-Aktienresearch hat sein Rating nun im Rahmen einer Sektorstudie auf "Hold" von bisher "Buy" zurückgenommen. Der zuständige Analyst verweist dabei auf den Kursanstieg in den letzten sechs Monaten um rund 21%, derzeit sehe er nur noch ein limitiertes Kurspotenzial.

Auch die Titel der Grossbanken UBS und Credit Suisse zeigen sich etwas fester. Am Vortag hatten die CS-Titel unter den politischen Spannungen um den Golfstaat Katar gelitten, der mit einem Stimmenanteil von 18% zu den CS-Grossaktionären gehört. Beobachter schlossen eine Reduktion der CS-Beteiligung durch den Wüstenstaat wegen der Sanktionen seiner Nachbarn am Persischen Golf nicht aus. In Spanien kommt es zu einer Bereinigung in der Bankenlandschaft: Die Krisenbank Banco Popular ist von der Banco Santander übernommen worden.

Die zyklischen Aktien legen vorbörslich ebenfalls etwas zu, darunter auch die am Vortag noch sehr schwachen Luxusgüterwerte Swatch und Richemont. Beim Baustoffhersteller Sika geht derweil das juristische Tauziehen weiter. Die Erbenfamilie hat - wie bereits in den Vorjahren - die Wiederwahl derjenigen Verwaltungsräte angefochten, die sich gegen den Verkauf ihrer Anteile an den französischen Konzern Saint-Gobain stellen.

Für die Schindler-Titel haben die Analysten von Berenberg ihr Rating auf "Hold" von bisher "Sell" hochgestuft, dies nicht zuletzt wegen der steigende Marktanteile des Liftherstellers in China. Dennoch bevorzugt der zuständige Experte die Titel des Konkurrenten Kone.

tp/cp

(AWP)