Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig verändert - Novartis höher erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt steuert am Dienstag gemäss vorbörslichen Indikationen auf eine freundliche Eröffnung zu. Die Vorgaben von den US-Leitbörsen sind allerdings wenig berauschend. Die Verkaufswelle bei den Technologiewerten setzte sich bei gebremsten Tempo fort. Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkten haben sich nach dem Rückschlag zum Wochenbeginn gefangen. Hierzulande geben vor allem die vorbörslich gesuchten Indexschwergewichte Novartis den Ausschlag für die freundlichen Tendenz.
13.06.2017 08:45

Frische Impulse könnten im Tagesverlauf die ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland sowie am Nachmittag die US-Produzentenpreise liefern. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwochabend. Trotz der zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten gilt es unter Ökonomen als ausgemachte Sache, dass das Zielband für den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 1,0% bis 1,25% angehoben wird. Die Anleger warten deshalb gespannt auf die Prognosen der Notenbank. Überrascht sie die Anleger mit einem optimistischen Ausblick, steige das Risiko einer Kurskorrektur an den Börsen, heisst es im Handel.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,20% höher bei 8'825,52 Punkten.

Auffällig zeigen sich unter den SMI-Werten einzig Novartis, die um 0,6% höher taxiert werden. Für gute Stimmung unter den Investoren sorgt ein Gerichtsurteil in den USA zugunsten der Basler. Der Oberste Gerichtshof hob ein Urteil einer niedrigeren Instanz auf, die Novartis vorübergehend am Verkauf des Biosimilars Zarxio gehindert hatte. Zarxio ist das erste in den USA zugelassene Biosimilar.

Die Nachrichtenlage ist ansonsten überschaubar, und die restlichen SMI-Werte treten mehrheitlich auf der Stelle. Die Bankenwerte CS (+0,2%) und UBS (+0,1%) stehen einmal mehr unter grösserer Beobachtung, nachdem das US-Finanzministerium Pläne für eine weitreichende Reform der Regeln des Finanzsystems vorgestellt hatte. Unter anderem sollen Beschränkungen für Banken bei deren Handelsaktivitäten gelockert werden.

Die im SLI-gelisteten Titel von Sonova (+0,1%) könnten im Nachmittagshandel etwas Interesse auf sich ziehen, wenn der Hörgerätehersteller seine ordentliche Generalversammlung durchführt. Am Vortag war der Titel zwischenzeitlich auf ein neues Allzeithoch geklettert, konnte die Gewinne bis zum Handelsschluss allerdings nicht halten.

Am breiten Markt sind die Anteilsscheine von Panalpina mit Abgaben von 3,4% im Blick. Der Logistikkonzern hatte am Vorabend eine Gewinnwarnung publiziert. Im ersten Halbjahr 2017 würden die Ergebnisse im Vergleich zur Vorjahresperiode tiefer ausfallen, hiess es. Die Volumen entwickelten sich zwar weiterhin stark, die im ersten Quartal verzeichnete Margenerosion hält jedoch an.

Positiv fallen Basilea (+2,6%) auf. Das Biopharma-Unternehmen erhält von der US-Behörde BARDA zusätzliche 54,8 Mio USD zur Finanzierung des Phase-III-Programms zum Produktkandidaten Ceftobiprol.

AMS (ohne vorbörslichen Kurs) werden am Berichtstag mit Dividendenabschlag gehandelt. Am Vortag war der Titel im Zuge der Ausverkaufswelle bei den Techwerten um 13% zurückgefallen. Auch Logitech und Temenos standen unter starken Abgabedruck. Vorbörslich deutet sich am Dienstag eine Erholung an: Logitech werden 0,3% höher taxiert, Temenos 0,4%.

cp/ys

(AWP)