Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig veränderte Eröffnung erwartet

Am Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag nach dem sehr guten Wochenstart etwas Ruhe einkehren. Die Vorgaben aus den USA geben den europäischen Börsen keine klare Richtung vor: An der Wall Street bewegten sich am Vorabend die beiden Leitbarometer Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 nach dem gestrigen Handelsschluss in Europa per Saldo nicht mehr von der Stelle. Für Unsicherheit sorgte erneut die Lage am Ölmarkt und damit verbunden das nach wie vor grosse Angebot an Rohöl.
27.06.2017 08:45

Die Ölpreise haben sich zu Wochenbeginn leicht vom Preisrückgang von vergangener Woche erholt. Auf kräftige Preissteigerungen sollten Anleger aber nicht setzen, meinen Analysten. Ansonsten präsentiert sich die Nachrichtenlage äusserst dünn. Im Verlauf des Tages könnten allenfalls News zur Geldpolitik sowie Konjunkturdaten dem Handel etwas Schwung verleihen. Neben Zahlen zum Häusermarkt und zum Konsumentenvertrauen in den USA, stehen zahlreiche Reden führender Notenbanker im Fokus. Am Vormittag wird EZB-Chef Mario Draghi im portugiesischen Sintra sprechen und später hält auch Fed-Chefin Janet Yellen eine Rede.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,11% höher bei 9'131,61 Punkten. Bis auf die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche büssen alle vorbörslich gehandelten Aktien an Wert ein. Am Montag hatte der SMI bei 9'149 Stellen ein neues Jahreshoch gesetzt.

Die leicht freundliche Tendenz hat die Schweizer Börse Novartis und Roche zu verdanken, die nach den gestrigen Abgaben nun vorbörslich um je 0,4% zulegen. Beide Firmen verbuchen weitere kleinere Erfolge im Produktportfolio. So hat die Novartis-Generika-Tochter Sandoz für ihr Nachahmerprodukt des Arthritis-Medikaments Enbrel (Etanercept) die Zulassung in Europa erhalten. Und das Roche-Mittel Esbriet darf in der EU zur Behandlung der milden bis moderaten Form der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) auch in einer neuer Formulierung verabreicht werden.

Leicht unter Druck stehen derzeit Nestlé (-0,1%). Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns waren am Vortag mit dem Einstieg des aktivistischen amerikanischen Investors Daniel Loeb bei 86 CHF auf ein neues Allzeithoch geklettert und haben den Handel bei 85,65 CHF mit 4,3% im Plus abgeschlossen. Loeb forderte etwa den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und damit verbunden grossangelegte Aktienrückkäufe. Das Aktienresearch von S&P Global hat nun das Kursziel um 5 auf 95 CHF angehoben.

Das Gros der vorbörslich gehandelten Titel büssen ebenfalls 0,1% ein, während Credit Suisse um 0,2% nachgeben. Am Montag hatte die Staatsrettung zweier italienischer Regionalbanken auch dem hiesigen Bankensektor zusätzlichen Auftrieb verliehen.

Lonza geben um 0,1% nach. Der Pharmazulieferer rechnet mit dem baldigen Abschluss der Ende 2016 angekündigten und 5,5 Mrd USD schweren Übernahme des US-amerikanischen Kapselherstellers Capsugel. Die dazu nötigen Zulassungen hat Lonza mittlerweile alle erhalten.

Auch Bâloise büssen 0,1% ein. Dabei wurde bekannt, dass die von der Bâloise mehrheitlich übernommene Immobiliengesellschaft Pax Anlage im ersten Halbjahr 2017 mit einem Gewinneinbruch rechnet. Auslöser sind auf Basis neuer Schätzungen Wertberichtigungen in Höhe von rund 24 Mio CHF auf dem Portfolio.

Im breiten Markt hat Implenia derweil einen weiteren Grossauftrag an Land gezogen. Der Baukonzern baut in Zürich-Oerlikon drei Wohnhochhäuser sowie Sockelgeschosse im Volumen von 150 Mio CHF. Und während der Bauzulieferer Arbonia den Verkauf des Geschäftsbereichs Beschichtungen abgeschlossen hat, erhielt der Batteriespezialist Leclanché einen Auftrag von Skoda Electric.

mk/tp

(AWP)