Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig veränderte Eröffnung erwartet - Yellen im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Mittwoch den Handel nach dem schwachen Vortag leicht fester eröffnen. Unterstützung erhält der Leitindex SMI aus den USA, wo die Turbulenzen um Trump Jr. in der Russland-Affäre am Vorabend bis Börsenschluss an Bedeutung verloren haben. Am Dienstag hatten die wachsenden Sorgen um die Affäre, in der es um die mögliche Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf geht, den SMI noch auf Tagestiefststände gedrückt. Für Erleichterung sorgte nach Europaschluss in den USA aber dann die Meldung, dass die Sommerpause im Senat verschoben wurde, um mehr Zeit für wichtige Gesetzesvorhaben zu bekommen.
12.07.2017 08:45

Am Berichtstag richtet sich der Fokus der Anleger jedoch auf Janet Yellen. Die Chefin der US-Notenbank (Fed) wird am Mittwoch vor dem Kongress Rede und Antwort stehen. Im Fokus stehen dabei nicht nur mögliche weitere Leitzinserhöhungen, sondern auch Aussagen zum Abbau der aufgeblähten Bilanz der Fed. Bis dahin dürften sich die Anleger - auch mangels anderer Impulse - in Warteposition begeben, so ein Händler. Ausserdem warte man in der laufenden Wochen gespannt auf erste Geschäftszahlen zum zweiten Quartal, insbesondere am Freitag aus dem US-Bankensektor.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr mit 0,09% leicht höher bei 8'881,68 Punkten. Die Mehrheit der vorbörslich indizierten Blue Chips stehen mit 0,1% im Plus.

Eine Ausnahme bilden Clariant, die ohne News um 0,3% zulegen und somit an die positive Tendenz vom Vortag anknüpfen dürften. Die Titel hatten von einer Kurszielerhöhung durch Kepler Cheuvreux und die Aufnahme in die "Swiss Top Picks"-Liste profitiert.

Mit einem Plus von je 0,1% werden die Bankentitel der UBS und Credit Suisse vorbörslich gehandelt. Goldman Sachs hat zwar die Kursziele für die beiden Papiere im Rahmen einer Branchenstudie gesenkt, sieht aber CS nach wie vor als einen "Kauf" und belässt die Einschätzung für UBS auf "Neutral". Auf der Stelle treten derweil die Index-Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé.

Auch Swisscom notieren vorbörslich kaum verändert. Der Telekomkonzern erlitt im Kampf um die Eishockey-TV-Rechte, die sich die Kabelnetzbetreiberin UPC gesichert hatte, eine vorläufige Niederlage. Die Wettbewerbskommission (Weko) geht in diesem Fall nicht mit vorsorglichen Massnahmen gegen UPC vor. Die Weko sieht aber Anhaltspunkte für ein wettbewerbswidriges Verhalten des Unternehmens gebe.

Derweil veröffentlichte Vifor Pharma (Aktie vorbörslich unv.) für den Blockbuster-Kandidaten Ferinject weitere positive Studiendaten für die Behandlung von Herzinsuffizienz-Patienten. Zuletzt waren die Titel von ihrer hohen Bewertung etwas zurückgenommen worden. Hohe Investitionen vor allem in die Marktlancierung des Kaliumbinders Veltassa sind mit Risiken verbunden und erfordern von den Investoren Geduld.

Am breiten Markt macht Logitech (+0,6%) mit einem Zukauf von sich Reden. Der Hersteller von Computerzubehör und Unterhaltungselektronik übernimmt für 85 Mio USD Astro Gaming, einen Spezialisten für Kopfhörer für professionelle Spieler. Weiter sicherte sich die auf Luxusimmobilien spezialisierte Peach Property (kein Kurs) einen Kredit von bis zu 60 Mio EUR. Die Mittel sollen in den Ausbau des Immobilienportfolios in Deutschland fliessen.

Landis+Gyr gab am heutigen Mittwoch Details zum geplanten Börsengang bekannt. Die Titel sollen voraussichtlich ab 21. Juli an der Schweizer Börse gehandelt werden, wobei für den Ausgabepreis der Aktien eine Bandbreite von 70 und 82 CHF gesetzt wurde. Dies entspricht einer Marktkapitalisierung von 2,1 bis 2,4 Mrd CHF.

mk/cf

(AWP)