Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig Veränderung erwartet - Roche erneut schwach

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte die erste Sitzung der neuen Woche gemäss den vorbörslichen Kursen wenig verändert mit allerdings leicht positiver Tendenz eröffnen. Etwas Rückenwind kommt dabei aus Asien, wobei vor allem in Japan Rekordstimmung herrschte. Der Nikkei-Index touchierte im Handelsverlauf nämlich ein 21-Jahres-Hoch. Fundamentale Impulse sind derweil dünn gesät und auch die Wahlen vom Wochenende in Niedersachsen und Österreich kaum Thema.
16.10.2017 08:45

Höchstens ein Frühindikator der regionalen Notenbank von New York für die Stimmung in den Unternehmen im Oktober könnte am Nachmittag für etwas Bewegung sorgen, heisst es im Handel. Hierzulande sind ebenfalls nur wenig Impulse auszumachen. Einzig der Transportlogistiker Kühne+Nagel hat seine Drittquartalszahlen veröffentlicht. In den kommenden Tagen sind dann allerdings etwas mehr News angesagt. Neben einigen Small- und Midcaps werden etwa am Donnerstag die Index-Riesen Nestlé und Roche ihre Umsatzzahlen für die Periode von Juli bis September publizieren.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,05% höher bei 9'315,89 Punkten. Das neue Jahreshoch vom Freitag bei knapp 9'313 Punkten dürfte damit erneut fallen. Letztmals klar höher notierte der Leitindex im August 2015.

Allzu grosse Veränderungen bei den Einzeltiteln gibt es nicht. Im SMI sticht vor allem Roche GS (-0,4% auf 243,65) hervor. Erneut hat ein Finanzinstitut die Papiere des Basler Pharmakonzerns zurückgestuft. Dieses Mal sind es die Analysten der Credit Suisse, die den Genussschein auf 'Neutral' zurückgestuft und das Kursziel auf 260 von 300 CHF gesenkt haben. Mit dem Markteintritt der Biosimilars für Rituxan und Herceptin verschlechtere sich die strategische Positionierung von Roche, heisst es unter anderem zur Begründung. Der erwartete Preisdruck und die höheren Marketingausgaben dürften ausserdem die mittelfristigen Margenaussichten belasten.

Gesucht sind derweil weiter Nestlé (+0,3%). Die Papiere des weltgrössten Nahrungsmittel-Herstellers stehen seit dem Investoren-Tag Ende September im Aufwind und haben in der vergangenen Woche erneut 2,4% zugelegt. Auch Unternehmensnews könnten bald folgen. Der US-Konzern Hershey ist offenbar am US-Süsswarengeschäft von Nestlé interessiert. Die Westschweizer wären bekanntlich bereit, diesen Bereich, der gemäss Analysten einen Wert von 2 bis 2,5 Mrd USD haben soll, zu verkaufen.

Etwas aufwärts geht es vorbörslich auch für Swatch (+0,4%) und Richemont (+0,1%). Hier hat die US-Investmentbank Goldman Sachs im Rahmen einer Branchenstudie jeweils das Kursziel erhöht, allerdings lediglich in den Bereich der aktuellen Werte. Für die Luxusgüter-Branche insgesamt rechnen die Analysten mit einer Fortsetzung der Normalisierung.

Im Fokus bei den Blue Chips stehen auch die Titel von Kühne+Nagel (-0,9%). Der Innerschweizer Konzern hat vorbörslich seine Drittquartalszahlen präsentiert und dabei gewinnmässig etwas unter den Erwartungen abgeschnitten. Die Umsatzzahlen lagen allerdings darüber, und auch der Ausblick wurde bestätigt.

Vorbörslich verkauft werden ausserdem noch die Papiere der Privatbank Julius Bär (-0,8%), ohne dass dazu allerdings fundamentale News vorhanden wären.

Im breiten Markt könnten Leclanché auf ein gewisses Interesse stossen. Der Batteriehersteller hat am späten Freitagabend noch seine Halbjahreszahlen nachgeliefert.

uh/ys

(AWP)