Aktien Schweiz Vorbörse: Zurückhaltung zu Wochenschluss - UBS legen kräftig zu

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Freitag mit Unterstützung der zu erwartenden UBS-Avancen fester in Angriff nehmen. Während die allgemeine Stimmung an der Börse mit Blick auf die gute Performance in der laufenden Woche von Zurückhaltung geprägt ist, dürften UBS dank überzeugender Quartalszahlen kräftig zulegen und so dem Leitindex SMI eine bedeutende Stütze bieten. Weiter könnten am Freitag BIP-Daten zunächst aus Grossbritannien und dann aus den USA Beachtung finden. Ausserdem stehen aus der Eurozone Preisdaten auf dem Programm.
28.04.2017 08:44

Die internationalen Aktienmärkte blicken in der zu Ende gehenden Woche auf eine beeindruckend starke Kursentwicklung zurück. Der SMI notiert auf einem Niveau, das zuletzt Ende 2015 erreicht worden war und liegt im Vergleich zum vergangenen Freitag mit rund 3,5% im Plus. Die Aktionäre scheinen sich im Moment nicht von ihren Dividendenpapieren trennen zu wollen, meint ein Händler. Dies sei allerdings in Anbetracht der weiterhin sehr tiefen Zinsen keine Überraschung. Daran dürfte sich so bald nichts ändern. Am Donnerstag hatte etwa die EZB signalisierte, dass sie noch einige Zeit an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten wird.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,26% höher bei 8'868,12 Punkten.

Der Handel in der Schweiz steht zu Wochenschluss im Zeichen der Grossbanken. Dabei hat die UBS die Anleger mit klar über den Erwartungen liegenden Zahlen zum ersten Quartal überrascht. Mit Blick nach vorne bleibt das Institut weiter vorsichtig, auch wenn sie eine Verbesserung der Stimmung und des Vertrauens der Anleger feststellt. Die Aktie liegt im vorbörslichen Geschäft mit 3,5% im Plus.

Im Verlauf des Morgens rückt die Credit Suisse (Aktie vorbörslich: +0,1%) mit ihrer Generalversammlung in den Fokus. Zwar hatte die CS-Spitze noch ihre Boni gekürzt, da aber die einflussreichen amerikanischen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis den Vergütungsbericht weiterhin ablehnen, kann CS-Präsident Urs Rohner in diesem Punkt und auch bei weiteren Abstimmungen kaum auf deutliche Mehrheiten zählen.

Das Gros der Blue Chips gewinnt vorbörslich ebenfalls 0,1%. So auch die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche. Im Nachgang zu den Quartalszahlen hat die Bank Bernstein das Kursziel für die Roche-Genussscheine deutlich angehoben und das Rating mit "Outperform" bekräftigt. Zumindest auf kurze Sicht gehen die Analysten davon aus, dass der Pharmakonzern von einer Reihe guter Nachrichten aus der Produktpipeline profitieren dürfte. Das könnte den Titel nach den gestrigen Avancen weiteres Aufwärtspotenzial bieten.

Einzige Verlierer sind Adecco. Die Titel der Personaldienstleisters büssen im vorbörslichen Geschäft 1,9% oder 1,41 CHF ein. Allerdings werden die Titel am Berichtstag mit 1,50 CHF ex-Dividende gehandelt.

Im breiten Markt haben kleinere Unternehmen wie der Finanzbroker Compagnie Financière Tradition oder das Immobilienunternehmen Eastern Property Holdings als Nachzügler über das Geschäftsjahr 2016 Rechenschaft abgelegt. Die Vermögensverwalterin EFG International (alle ohne vorbörslichen Kurs) musste derweil einen Netto-Geldabfluss im ersten Quartal hinnehmen. Der Grund sind Abgänge bei der übernommenen Tessiner Privatbank BSI. Bei der BSI-Integration und auf der Kostenseite jedoch berichtet EFG über Fortschritte.

GAM (+0,6%) dürften sich von der zuletzt gesehenen Kursschwäche etwas erholen. Der Asset Manager hat am Donnerstagabend im Anschluss an eine umstrittene Generalversammlung ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von maximal 16 Mio Aktien angekündigt. Bei Straumann (-0,4%) dürften derweil Gewinne mitgenommen werden. Die Papiere des Dentalimplantateherstellers sind am Vortag dank überzeugender Wachstumszahlen und -aussichten erstmals über die Marke von 500 CHF und damit auf ein neues Allzeithoch geklettert.

mk/tp

(AWP)