Aktien Schweiz Vorbörse: Abgabedruck dürfte vorerst anhalten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Mittwoch mit Verlusten aufnehmen. Nachdem sich der Markt in der vergangenen Woche zunehmend sorgloser bezüglich der wirtschaftlichen Folgen des Brexit gezeigt hatte, haben die Unsicherheiten die Investoren wieder erfasst. Zudem drücken die spürbar rückläufigen Ölpreise und die negativen Vorgaben aus Übersee auf die Stimmung. Am Nachmittag könnten noch Konjunkturzahlen aus den USA Impulse liefern.
06.07.2016 08:45

Die auf die letztwöchige Hausse folgende Ernüchterung an den Aktienmärkten stellt für Markbeobachter keine Überraschung dar. Die Erholung in der vergangenen Woche sei zu weit gegangen und werde nun mit einem wieder realistischeren Blick auf mögliche Folgen des Brexit korrigiert, meinte ein Händler. Da überhaupt keine Klarheit darüber herrsche, wie und wann der Brexit abgewickelt werde, dürften in nächster Zeit die Volatilitäten wieder steigen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,57% tiefer auf 7'896,79 Punkten.

Im Fokus des Interesses stehen weiter die Bankenvaloren. Denn die Marktteilnehmer scheinen in den italienischen Finanzinstituten, deren Probleme nach Ansicht von Beobachtern möglicherweise eine neue Finanzkrise auslösen könnten, ein neues Thema gefunden zu haben. UBS erleiden dabei deutliche Einbussen von 1,3% und notieren damit wieder auf einem Niveau, das zuletzt vor vier Jahren verzeichnet worden war. Die Valoren waren bereits gestern mit einem Minus von 3,9% aufgrund eines Amtshilfegesuchs in Steuersache Frankreich aus dem Handel gegangen. Macquarie hat die UBS-Titel neu auf "Underperform" von "Neutral" zurückgestuft.

Credit Suisse verlieren 0,8% und Julius Bär stehen 0,2% tiefer. An der Privatbankengruppe hat sich erstmals der amerikanische Vermögensverwalter T. Rowe Price als Aktionär mit einem Anteil von 3,1% bekanntgegeben.

Das Biopharma-Unternehmen Actelion (-0,7%) startet eine Phase-III-Studie mit seinem Mittel Macitentan bei Kindern mit Lungenbluthochdruck. Das global angelegte Programm wird von der US-Gesundheitsbehörde FDA und von der EU befürwortet.

Das Sanitärtechnikunternehmen Geberit (-0,6%) verteilt die Aufgaben des Bereichs Produkte per 1. September 2016 neu auf die Bereiche Operations sowie Product Management & Innovation auf. In diesem Zusammenhang wird Martin Baumüller, der die Leitung des Konzernbereichs Marketing & Brands übernimmt, zum neuen Konzernleitungsmitglied ernannt.

Die Titel des Baustoffkonzerns LafargeHolcim, die gestern mit einem Minus von 2,3% aus dem Handel gingen, verlieren erneut 0,3%. Die Ratingagentur Moody's hat trotz Brexit-Risiken das Kreditrating Baa2 bestätigt. Das langsame Wirtschaftswachstum nach dem Brexit-Abstimmungsresultat werde die Ergebnisse der Konzerne zwar belasten, jedoch nicht in solchem Masse, dass das Rating beeinflusst werde, begründete Moody's den Schritt.

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler (-0,6%) und der US-Konzern GE gehen eine strategische Partnerschaft ein, um gemeinsam das Potenzial des industriellen Internets für Innovationen im Lift-, Rolltreppen- und "Smart-Building"-Bereich zu erschliessen.

Im breiten Markt richten sich die Blicke auf Georg Fischer, die vorbörslich um 0,7% leichter tendieren. Der Industriekonzern hat für die Division Automotive einen globalen Auftrag für PKW-Strukturteile im Umfang von 84 Mio EUR erhalten.

Das Telemedizinunternehmen LifeWatch schreibt für das erste Quartal 2016 aufgrund von Rechts- und Sonderkosten rote Zahlen. Mit den Zahlen gab das Unternehmen auch eine Anpassung der Strategie, der Guidance sowie Details zur geplanten Kapitalerhöhung bekannt. Ein Kurs wird vorbörslich nicht gestellt. Die Börsenbeobachter von Julius Bär rechnen mit einer negativen Marktreaktion im Bereich von 10-20%.

sig/cp

(AWP)