Aktien Schweiz Vorbörse: Abwärtstrend ungebremst - "Brexit" lässt grüssen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steuert gemäss den vorbörslichen Notierungen auf eine deutlich tiefere Eröffnung zu. Damit dürfte sich der markante Abwärtstrend der vergangenen Tage fortsetzen, wobei die Stimmung vor allem unter den "Brexit"-Ängsten leidet. Die Vorgaben aus den USA vom Freitagabend für die neue Woche sind klar negativ, und auch die Futures auf den Dow Jones tendieren weiter nach unten. Noch schwächer sind allerdings die Aktien in Tokio mit einem Minus des Nikkei von 3,5% in die neue Woche gestartet. Hierzulande befindet sich zudem der Euro im Vergleich zum Franken mit rund 1,0850 nur knapp über dem Jahrestief von Anfang März.
13.06.2016 08:45

Noch zehn Tage dauert es bis zur Abstimmung in Grossbritannien über einen Austritt aus der EU, und die Nervosität der Finanzmärkte steigt laufend. Zumal die letzten Umfragen den bisher deutlichsten Vorsprung für die Befürworter eines Austritts ergeben. Mittlerweile mehren sich die Kommentare, welche die Folgen eines Austritts-Szenarios zu skizzieren versuchen. Insgesamt dürfte die Nervosität der Investoren in den kommenden Tagen gross bleiben, hiess es in Marktkreisen. Hoffnungszeichen für die Weltwirtschaft aus China, wo sich die Lage nach einem schwachen Jahresstart weiter zu stabilisieren scheint, schlagen sich derzeit kaum positiv auf das Börsensentiment nieder.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,62% tiefer bei 7'873,55 Punkten.

Unternehmensnachrichten sind zum Wochenbeginn sehr dünn gesät, die Bluechips in der Schweiz fallen in corpore zurück. Am meisten büssen derzeit die Banken ein, von denen UBS (-1,1%) noch etwas mehr unter Druck stehen als CS (-0,8%). Für die beiden Grossbanken hat Exane BNP die Kursziele gesenkt und das Rating von jeweils "Underperform" bestätigt.

Weiter büssen konjunktursensitive Aktien überdurchschnittlich an Terrain ein. So fallen etwa ABB um 0,9% zurück. Der Industriekonzern hat am Morgen einen Wechsel an der Spitze des Division Industrieautomation und Antriebe angekündigt; neuer Chef der Division wird Sami Atiya. In Marktkreisen wird die Meldung allerdings als nicht sehr kursrelevant angesehen, zumal der bisherige Stelleninhaber als Länderchef von Finnland weiter für ABB tätig bleibt.

Adecco (-0,9%) oder LafargeHolcim (-0,8%) halten sich kaum besser. Zum Zementkonzern LafargeHolcim erschien am Montag in der "Financial Times" ein Bericht, wonach das Unternehmen sein Devestitionsprogramm noch ausweiten soll. In der Wochenendpresse hat überdies der Grossaktionär Thomas Schmidheiny die Fusion von Holcim mit Lafarge verteidigt.

Im Bereich von -0,7 bis -0,8% geben zudem Givaudan, Novartis, Richemont, Swatch oder Zurich nach. Der Versicherungskonzern hatte noch am vergangenen Freitag eine interne Reorganisation angekündigt, was den Titel aber dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen konnte. Für die beiden Luxusgüteraktien Swatch und Richemont hat die Deutsche Bank Kurszielsenkungen vorgenommen, dies bei unveränderten Ratings von "Hold" bzw. "Buy".

cf/ys

(AWP)