Aktien Schweiz Vorbörse: Am Tag der US-Arbeitsmarktdaten etwas fester erwartet

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Freitag nach den Kursverlusten des Vortages und im Vorfeld des mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktberichts mit etwas festeren Notierungen in Angriff nehmen. Unterstützung erhalten die europäischen Finanzmärkte aus den USA, wo die wichtigsten Indizes am Vorabend nach Europaschluss leicht zulegen konnten. Zwar waren der Dow Jones sowie der breite S&P 500 kurz auf das niedrigste Niveau seit Anfang August abgerutscht, sie zeigten aber im Anschluss daran Stärke und gingen kaum verändert aus dem Handel. In Asien tendieren die Börsen derweil uneinheitlich, ohne sich dabei gross von der Stelle zu bewegen.
02.09.2016 08:45

An den Finanzmärkten weltweit sind alle Augen seit Tagen, und nun insbesondere am heutigen Freitag, auf den Jobs Report für den Monat August gerichtet. Das US-Arbeitsministerium wird die jüngsten Daten um 14.30 Uhr publizieren und es wird mit einem Stellenaufbau von rund 180'000 gerechnet. Diese Zahl würde den guten Trend untermauern und dürfte die Erwartungen an eine baldige Zinsanhebung der Notenbank Fed schüren, meint ein Händler. Grund zur Zuversicht geben etwa die guten ADP-Daten vom Mittwoch sowie die soliden Angaben zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenentschädigung vom Donnerstag.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) legt um 08.20 Uhr 0,16% auf 8'155,56 Punkte zu. Dabei notiert der überwiegende Teil der SMI-Werte zwischen 0,1% und 0,2% im Plus.

Der Handel mit Schweizer Aktien dürfte bis zur Publikation der US-Arbeitsmarktdaten in ruhigen Bahnen verlaufen und von Zurückhaltung geprägt sein. Schliesslich sind zu den Blue Chips auch kaum börsenrelevante News derzeit auf dem Radar der Anleger. Vor diesem Hintergrund gewinnen die Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé vorbörslich um je 0,1%, während die Grossbanken UBS und Credit Suisse mit jeweils 0,2% etwas fester im Trend liegen.

ABB (+0,8%) könnten den Handel mit etwas deutlicheren Avancen als der Gesamtmarkt in Angriff nehmen. Exane BNP erhöhte das Rating für ABB auf 'Outperform' von 'Underperform'. Er passe seine Aussichten nach oben an, da er nun positiver eingestellt sei gegenüber den Kosteneinsparungen, dem Programm zur Senkung des Umlaufvermögens sowie dem europäischen Strommarkt, begründete der zuständige Analyst.

Die Anleger dürften aber auch verstärkt auf die global tätigen Versicherer Swiss Re und Zurich Insurance (je +0,1%) blicken. Denn in den nächsten Stunden dürfte der Wirbelsturm Hermine auf die Küste Floridas treffen und weiter in Richtung New Jersey wandern. Das wäre der erste sogenannte "Landfall" eines Hurrikans in den USA seit 2005. Zudem hat Société Générale die Swiss Re-Titel im Rahmen einer Sektorstudie zu den europäischen Rückversicherern auf 'Hold' von 'Buy' abgestuft. Als einen Grund dafür wurde in der entsprechenden Studie die pessimistischere Einschätzung mit Blick auf den Brexit angeführt.

SGS (vorbörslich: +0,1%) wartete am Freitag mit einer weiteren kleinen und das Geschäft ergänzenden Übernahme in Brasilien auf. Die Übernahme der im Landwirtschaftssektor tätigen Unigeo dürfte den SGS-Kurs aber kaum beeinflussen.

Derweil hat Galenica (kein Kurs) die für die geplante Aufspaltung des Konzerns wichtige Übernahme des US-amerikanischen Pharmaunternehmen Relypsa früher abgeschlossen als ursprünglich angekündigt. Die Gewinnprognosen werden daher nun im Oktober erneut angepasst. Die Arbeiten für die im Jahr 2017 vorgesehene Aufteilung in einen Pharma- sowie Apotheken- und Logistik-Teil seien somit auf Kurs, heisst es in Analystenkreisen.

Im breiter gefassten Markt zieht die Immobiliengesellschaft Plazza die Blicke mit Halbjahreszahlen auf sich. Plazza hat in der ersten Jahreshälfte weniger Ertrag aus den Liegenschaften erzielt und unter dem Strich weniger verdient. Zu schaffen machen die Leerstände bei den Geschäftsflächen.

Zur Stärke neigen im vorbörslichen Geschäft Kudelski (+0,8%). Das IT-Unternehmen vermeldete den Zuzug zweier erfahrener Cyber-Security-Experten. die das globale Beratungsgeschäft der Sparte Security verstärken sollen.

mk/ra

(AWP)