Aktien Schweiz Vorbörse: Avancen auf breiter Front - Nestlé nach Zahlen tiefer

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steuert am Donnerstag gemessen an den vorbörslichen Kursen auf eine leicht höhere Eröffnung zu. Auch die nach Zahlen schwächer tendierenden Nestlé ändern daran derzeit noch nichts. Nach zwei schwachen Tagen zeichnet sich damit eine leichte Erholungsbewegung ab. Die Vorgaben aus den USA sind nach der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung des FOMC-Ausschusses knapp positiv, in Japan ging es dagegen mit den Kursen nach unten.
18.08.2016 08:45

Die Aktienmärkte stünden derzeit einmal mehr unter dem Einfluss der Geldpolitik. Die Mitglieder der Notenbank in den USA scheinen sich nach dem Sitzungsprotokoll einig, dass die Zinsen erhöht werden müssen. Keinesfalls sind diese sich aber über den Zeitpunkt für die nächste Zinserhöhung einig, womit sich insgesamt keine neuen Erkenntnisse ergeben haben. Insgesamt hätten sich die Erwartungen an eine rasche Zinserhöhung aber eher zurückgebildet, hiess es in Marktkreisen dazu.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,15% höher bei 8'163,19 Punkten. Bis auf Nestlé und Swiss Re notieren alle Blue Chips im Plus.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen hierzulande die Halbjahreszahlen von Nestlé. Die schwergewichtige Aktie verzeichnet vorbörslich ein Minus von 0,4%. Eine überraschend starke Wachstumsverlangsamung sorgte dafür, dass das Ergebnis sowohl beim Umsatz als auch beim Reingewinn hinter den Markterwartungen zurückliegt. Negativ schlägt beim Gewinn aber vor allem auch eine höher als befürchtet ausgefallene Steuerbelastung zu Buche. Nach den Vorschusslorbeeren für den sich abzeichnenden Wechsel an der Konzernspitze drohen die Aktien nun Gewinnmitnahmen zum Opfer zu fallen.

Daneben geben einzig Swiss Re (-0,2%) nach einer Kurszielsenkung durch die UBS etwas nach.

Swisscom ziehen dagegen als zweites wichtiges Unternehmen mit Zahlen um 1,9% deutlich an. Der üblicherweise gut zu berechnende Konzern hat mit den Gewinnziffern selbst die optimistischsten Prognosen übertroffen.

Etwas auffälliger sind noch die Avancen von Geberit (+0,6%) nach einem weiteren positiven Kommentar verbunden mit einer Kurszielerhöhung im Anschluss an die starken Halbjahreszahlen vom Dienstag. Dem markanten Plus vom Dienstag folgten am Mittwoch moderate Gewinnmitnahmen, bereits scheint es aber weiter nach oben zu gehen.

Die Mehrheit der übrigen vorbörslich gehandelten Titel verzeichnet Avancen im Bereich von 0,2 bis 0,4%.

Im breiten Markt steht eine ganze Reihe von Unternehmen nach der Publikation von Zahlen im Fokus, so etwa aus dem Finanzbereich Cembra Money Bank, Bank Linth, BCV und Thurgauer KB oder die Industrieunternehmen Cham Paper Group und Comet, der Fleischverarbeiter Bell, der Bauzulieferer Walter Meier oder aus dem Gesundheits- und Pharmabereich Siegfried, Evolva und LifeWatch sowie Kudelski. Letztere werden vorbörslich mit einem Plus von 3,8% markant höher gestellt.

Unter Beobachtung stehen darüber hinaus Dätwyler nach dem Verzicht auf die geplante Grossakquisition von Premier Farnell oder Georg Fischer nach zwei kleineren Übernahmen in China.

cf/cp

(AWP)