Aktien Schweiz Vorbörse: Dank Novartis etwas festere Eröffnung erwartet

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Mittwoch mit leicht höheren Notierungen eröffnen. Während die meisten vorbörslich gehandelten Aktien nachgeben, bestimmen die erwarteten Kursgewinne beim Schwergewicht Novartis die Richtung. Die Titel des Pharmakonzerns profitieren von einer US-Zulassung eines Biosimilars der Generika-Sparte Sandoz. Wenig Impulse verleihen die US-Vorgaben den europäischen Märkten: An der Wall Street haben sich die wichtigsten Indizes am Dienstag nach Europaschluss kaum mehr von der Stelle bewegt und blieben somit in Sichtweite auf ihre Rekordstände.
31.08.2016 08:45

An den Finanzmärkten rechnen Händler zur Wochenmitte mit einem ruhigen Handel, denn die Zurückhaltung der Anleger werde mit dem näher rückenden US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag laufend zunehmen. Einen ersten Eindruck darauf, in welcher Verfassung sich der Arbeitsmarkt der weltweit grössten Volkswirtschaft präsentiert, liefern am frühen Nachmittag die Jobdaten des privaten Dienstleisters ADP. Nach wie vor prägt derweil Ungewissheit über die US-Geldpolitik die internationalen Märkte. Mit Blick auf den Zeitpunkt des nächstens Zinsschritts schenken die Anleger den anstehenden Arbeitsmarktdaten daher besondere Beachtung.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,09% höher bei 8'243,17 Punkten. Der überwiegende Teil der vorbörslich berechneten Kurse bewegt sich leicht im Minus. So etwa auch die Schwergewichte Nestlé oder Roche (je -0,1%).

Dagegen klettern Novartis entgegen dem Markttrend um 1,0% deutlich in die Höhe. Die Tochter Sandoz hat für das Nachahmermedikament Erelzi von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Marktzulassung erhalten. Erelzi konkurriert den Amgen-Blockbuster Enbrel, das in der Behandlung von Arthritis, Rheuma und Schuppenflechte eingesetzt wird und im vergangenen Jahr in Nordamerika einen Umsatz von 5,4 Mrd USD erzielt hat.

Ganz im Gegensatz dazu büssen Richemont 0,9% ein. Die Luxusgüteraktien wurden von der UBS auf 'Neutral' von 'Buy' abgestuft. Ein Treffen mit Uhrenverkäufern in Hong Kong habe bestätigt, dass das Umfeld für die Schweizer Uhrenindustrie momentan schwierig sei und bleibe, hiess es in der Begründung. Branchenkonkurrent Swatch hatte in den vergangenen Tagen deutlicher an Wert eingebüsst als Richemont und liegt vorbörslich lediglich mit 0,1% im Minus.

Auch die Banken UBS (-0,1%) und Credit Suisse (-0,2%) büssen leicht an Wert ein. Die CS-Papiere hat zuletzt vom Interesse grosser US-Investoren profitiert. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Asset Manager Capital Group seinen Anteil auf über 5% ausgebaut hat und die Aktie legte um 2,7% zu.

Am breiten Markt hat der Laborausrüster Tecan (Kurs: +1,4%) die Übernahme der US-amerikanischen SPEware Corporation angekündigt. Das Unternehmen ist im Bereich der Probenvorbereitung für die Massenspektrometrie tätig und der Basis-Kaufpreis beläuft sich auf 50 Mio USD. Insgesamt entspreche die Bewertung ungefähr dem Dreifachen des im Jahr 2016 erwarteten Umsatzes, hiess es.

Die Aktien des Dentalimplantate-Herstellers Straumann büssen 2,1% ein, nachdem der Singapurer Staatsfonds GIC seine Beteiligung von 14% auf unter 5% reduziert hat. Dabei hat der ehemals zweitgrösste Einzelaktionär rund 1,4 Millionen Aktien im Markt platziert. Straumann hat selbst auch zugegriffen und 530'000 eigene Aktien für 200 Mio CHF erworben. Finanziert werde der Rückkauf mit überschüssiger Liquidität.

mk/ra

(AWP)