Aktien Schweiz Vorbörse: Erholung im SMI angesagt - Warten auf BoE

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Donnerstag mit festeren Kursen eröffnen und könnte sich damit von den zuletzt erlittenen Kurseinbussen erholen. Der Leitindex SMI hatte am gestrigen Mittwoch den seit drei Handelstagen anhaltenden Abwärtstrend stoppen können. Nachdem er während des Handels unter die Schwelle von 8'000 Punkten abgerutscht war, stützten die anziehenden Ölpreise sowie etwas besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten den Index und führten diesen zurück über die erwähnte Marke.
04.08.2016 08:45

Den Umschwung an den internationalen Börsen brachten die Ölnotierungen, die sich am Mittwochnachmittag mit den jüngsten Angaben zu den US-Rohöllagerbeständen zu erholen begannen. Eine weitere Stütze seien die etwas besser als erwartet ausgefallenen ADP-Daten gewesen, die am (morgigen) Freitag auf einen stabilen US-Arbeitsmarktbericht hoffen lassen, heisst es am Markt. Vorerst richtet sich der Blick allerdings nach London, wo die Bank of England wohl mit einer Zinssenkung auf das Brexit-Votum und dessen Folgen reagieren wird. Die britischen Währungshüter dürften mit einem solchen Schritt versuchen, der Wirtschaft positive Impulse zu verleihen, nachdem es zuletzt vermehrt Schwächesignale gegeben hatte.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.23 Uhr 0,41% höher bei 8'042,97 Punkten.

Zu den Blue Chips gibt es am Berichtstag kaum News und nach dem Kurszerfall der vergangenen Tage sind im vorbörslichen Geschäft Zykliker und Bankaktien besonders gefragt. Dabei stehen ABB mit 1,0% sowie Adecco und LafargeHolcim mit je 0,5% im Plus. Der Zementkonzern LafargeHolcim wird dann am Freitag über das zweite Quartal berichten. Derweil baut das Unternehmen weiter an der Unternehmensstruktur: Am Mittwoch gab man etwa den Verkauf eine Mehrheit an Lafarge China Cement bekannt.

Die Grossbankentitel der Credit Suisse und von UBS steigen vorbörslich um je 1,0% in die Höhe. Beide Titel sind am Dienstag äusserst schwach in die verkürzte Börsenwoche gestartet, nachdem die Stresstest-Ergebnisse zu europäischen Banken den Sektor stark unter Druck gesetzt hatte. Nun können sie sich allmählich von diesen Verlusten erholen.

Die Schwergewichte Nestlé, Roche (je +0,3%) sowie Novartis (+0,4%) tummeln sich derweil im Mittelfeld des Blue Chips-Segments. Jefferies hat in einer Sektorstudie die Kursziele für die beiden Pharmaschwergewichtee gesenkt, empfiehlt sie aber weiterhin zum "Kauf". Bei den Roche-Papieren rechnet der zuständige Analyst in den kommenden Wochen mit einer erhöhten Volatilität, da Konkurrenten Studienergebnisse vorlegen würden, die sich auf die Branche auswirken könnten. Für Novartis sieht er derweil in den nächsten zwölf Monaten eine Reihe möglicher Kurstreiber.

Galenica (kein vorbörslicher Kurs) hat am Donnerstag das angekündigte Kaufangebot für das US-amerikanische Pharmaunternehmen Relypsa lanciert. Das Relypsa-Management empfiehlt ihren Aktionären die Annahme des Angebots, und mit einem Preis von 32 USD je Relypsa-Titel dürften viele Aktionäre ihre Titel andienen.

Im breiten Markt hat der Industriekonzern Schweiter sowohl den Umsatz als auch den Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten mit den Gewinnziffern übertroffen. Nebst Akquisitionen ist Schweiter insbesondere dank der anhaltend starken Nachfrage im Bereich Windenergie gewachsen.

Weiter haben auch das Messtechnikunternehmen Inficon, die Immobiliengesellschaft Mobimo und die Valiant Bank Geschäftszahlen vorgelegt. Valiant hat die Gewinnzahlen weiter verbessert, dabei aber auch von Auflösungen von Wertberichtigungen profitiert.

mk/rw

(AWP)