Aktien Schweiz Vorbörse: Erholungsversuch nach zwei schwachen Wochen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Montag im vorbörslichen Geschäft fester. Nach zwei schwachen Wochen zeichnet sich damit zumindest für die Eröffnungsphase eine Erholungsbewegung ab. In Marktkreisen traut man dieser aber noch nicht so recht. Im Vorfeld der Sitzungen der Notenbanken der USA und Japan vom Mittwoch könnte die Nervosität der Marktteilnehmer und damit auch die Volatilität etwas ansteigen, heisst es. Und die Credit Suisse geht laut einem Kommentar zum Wochenbeginn davon aus, dass die Aktien weltweit gesehen unter Druck bleiben dürften, da sie sich zu weit von den Fundamentaldaten entfernt hätten.
19.09.2016 08:45

Die Woche steht also ganz unter dem Zeichen der nächsten Notenbankentscheide, wobei die Mehrheit der Marktteilnehmer weder vom Fed noch von der BoJ eine Änderung der bisherigen Politik erwarten. In den USA dürften im Kampf zwischen den geldpolitischen Falken und Tauben letztere vorläufig die Oberhand behalten. Darauf deuten auch die zuletzt eher enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA, was die Position der "Vorsichtigen" noch einmal stützt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,42% höher bei 8'164,55 Punkten.

Klar überdurchschnittlich sind die Avancen von Novartis (+1,0%). Das Unternehmen hat am Samstag positive Studienresultate zu einem Produktekandidaten bei der Behandlung einer speziellen Form Multipler Sklerose und am Montag neue Daten für das Herzmittel Entresto bekannt gegeben.

Unter Beobachtung stehen am Montag die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (+0,4%) und UBS (+0,4%), nachdem diese am Freitag wegen einer Forderung der US-Justizbehörden von 14 Mrd USD an die Deutsche Bank wegen dubioser Hypothekengeschäfte stark gelitten hatten. In der Wochenendpresse wurde über die Höhe möglicher Vergleichsforderungen gegenüber den Schweizer Banken spekuliert. JP Morgen beispielsweise hat laut der "NZZaS" für die Credit Suisse einen Wert von gut 3 Mrd USD errechnet und für die UBS einen solchen von knapp 1 Mrd USD. In der Vorwoche gehörten die beiden Titel mit einem Minus von knapp 6% (CS) bzw. knapp 7% (UBS) zu den grössten Verlierern.

Auch ABB (+0,2%) bleiben im Vorfeld des Capital Markets Day von Anfang Oktober im Gerede. So wollen verschiedene Medien wissen, dass der Verwaltungsrat an der Sparte Stromnetze festhalten will. Andere Medien stellten erneut die Forderung von Grossaktionären nach einer Abspaltung des Bereichs in den Vordergrund der Berichterstattung.

Schindler fallen vorbörslich mit einem Plus von 1,1% etwas auf. Der Lift- und Aufzugshersteller hat eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Telekomausrüster Huawei angekündigt. Die beiden Unternehmen wollen bei der Entwicklung von intelligenten Komponenten zur Anbindung von Liften und Rolltreppen über das "Internet der Dinge" kooperieren.

Im breiten Markt gehört die Bühne Charles Vögele, nachdem für den seit Jahren darbenden Modekonzern ein Übernahmeangebot vom italienischen Modekonzern OVS eingegangen ist. Die Italiener bieten 6,38 CHF je Vögele-Aktie, was gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag einer moderaten Prämie von gut 2% entspricht. Die Aktien von Charles Vögele sollen dekotiert werden.

Georg Fischer verzeichnen ein Plus von 1,3%, nachdem der Industriekonzern einen weiteren Grossauftrag für Sparte Automotive vermeldet hat. Im Fokus stehen weiter Burckhardt Compression nach einer kleineren Akquisition oder BVZ nach Zahlen.

cf/uh

(AWP)