Aktien Schweiz Vorbörse: Erneut schwächer erwartet - SNB im Fokus

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag eine leichtere Eröffnung ab. Damit würde der Schweizer Leitindex SMI seine Verlustserie fortsetzen und den sechsten Handelstag in Folge Verluste verzeichnen. Die Vorgaben aus Übersee bieten kaum Unterstützung: An den US-Börsen schmolzen die Gewinne in der zweiten Handelshälfte komplett zusammen und die führenden Indizes schlossen im Minus. Aus Asien kommen dagegen gemischte Signale.
15.09.2016 08:45

Mit den geldpolitischen Entscheidungen der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of England stehen an diesem Tag einmal mehr geldpolitische Entscheidungen im Fokus des Marktgeschehens. Von der SNB erwarten Analysten keinerlei Kursänderungen. Da der Euro-Wechselkurs seit längerem ziemlich stabil knapp unterhalb der 1,10er-Marke notiert und die EZB zuletzt die Füsse still gehalten hatte, dürfte der Handlungsdruck auch nicht sonderlich gross sein. Dagegen hatte Unsicherheit über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed für erhöhte Unsicherheit bei den Investoren gesorgt und sich entsprechend auf das Marktgeschehen ausgewirkt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,24% tiefer auf 8'143,02 Punkten.

Unter den Blue Chips geben alle Titel bis auf ABB (+0,2%) nach. Dabei liegen die Kursverluste der SMI-Werte in einer Bandbreite von -0,2% bis -0,4%. Bei ABB hatte es am Vorabend einen Bericht von Reuters gegeben, wonach ein zweiter Grossaktionär eine Aufteilung des Elektrotechnikkonzerns fordert. Wie der schwedische Investor Cevian drängt auch der US-Fonds Artisan auf eine Abspaltung der Netzwerktechniksparte, hiess es.

Die deutlichsten Abschläge weisen die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse auf, die beide um 0,4% nachgeben. Aber auch Zykliker wie Adecco (-0,4%) präsentieren sich vorbörslich schwächer als der Gesamtmarkt. Im Bankensektor hatte zuletzt die US-Grossbank Wells Fargo für negative Presse gesorgt. Sie ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen eines Skandals um Scheinkonten ins Visier der US-Justiz geraten.

Die drei Schwergewichte Novartis (-0,3%), Roche und Nestlé (je -0,2%) bewegen sich in etwa mit dem vorbörslichen Markt. Dabei hatte es zu Novartis am Morgen einen durchaus positiven Kommentar von Kepler Cheuvreux gegeben. Die zuständigen Analysten weisen dabei auf den anstehenden ECTRIMS-Kongress hin, bei dem der Konzern mit neusten Daten zu seinem Produktkandidaten BAF312 gegen multiple Sklerose punkten könnte.

Im breiten Markt überwiegen ebenfalls die Kursabschläge. Umso mehr stechen die Gewinner hervor: Dazu gehören etwa die Aktien von Basilea (+1,2%). Das Biotechunternehmen geht mit dem japanischen Unternehmen Asahi Kasei Pharma eine exklusive Lizenzvereinbarung für sein Anti-Pilzmittel Isavuconazol in Japan ein. Basilea hat Anspruch auf Abschlags- und Meilensteinzahlungen von bis zu 67 Mio CHF sowie auf umsatzabhängige Lizenzzahlungen im zweistelligen Prozentbereich.

Beim Schokoladehersteller Barry Callebaut (+0,6%) honorieren die Investoren vorbörslich die Nachricht, dass die Zusammenarbeit mit Mondelez International in Belgien ausgebaut wird.

hr/ys

(AWP)