Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas fester auf breiter Front

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Montag eine freundliche Eröffnung ab. Im vorbörslichen Handel steht die Mehrheit der Aktien leicht im Plus. Gestützt wird der europäische Börsenstart von starken Vorgaben aus den USA, auch wenn dort der Dow Jones am Freitag nach Börsenschluss in Europa nicht mehr gross zulegte. Einerseits wurden der Arbeitsmarktbericht und weitere Konjunkturdaten aus den USA insgesamt positiv aufgenommen, andererseits stützte ein Dekret von Donald Trump zur Lockerung der Bankenregulierung die Stimmung für Finanzwerte.
06.02.2017 08:45

Zum Wochenbeginn erhalten die Aktien zudem Rückenwind von guten Daten aus China, wo der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau verharrte. Insgesamt zeichnet sich für den Montag aber ein eher ruhiger Start in die Woche ab. Erst ab Mittwoch werden dann verschiedene Bluechips mit den Jahresergebnissen ins Rampenlicht treten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,10% höher bei 8'358,79 Punkten.

Etwas im Fokus stehen zum Wochenbeginn die Banken, von denen CS (+0,6%) als vorbörslicher Spitzenreiter mehr zulegen als UBS (+0,1%). Beide zogen bereits am Freitag kräftig an, beendeten die Gesamtwoche aber dennoch mit einem Minus von jeweils über 1%. Das Sentiment für Bankaktien profitiert derzeit von einem Dekret Trumps, welcher damit am Freitag die Weichen für eine entscheidende Lockerung der Regelungen für die US-Finanzbranche gestellt hatte. Dies führte bei einigen US-Bankaktien bereits zu deutlichen Kursgewinnen.

Von der UBS haben sich zudem übers Wochenende gleich zwei Topmanager gegenüber der Presse geäussert. CEO Sergio Ermotti warb dabei für eine Zusammenlegung von "Backoffice"-Funktionen der Schweizer Banken, um Kosten zu sparen. Und der neue UBS-Schweiz Chef Martin Blessing kündigte für die Schweiz eine in den kommenden Jahren sinkende Zahl von Stellen an, ohne dass es jedoch zu einem grossen Abbau kommen soll.

Die Mehrheit der übrigen Titel legt im Bereich von 0,1% zu, darunter auch die drei am meisten gewichteten Aktien von Roche, Novartis und Nestlé. Roche hat in der Schweiz eine Zulassung für die subkutane Darreichung des Krebsmittels Herceptin erhalten, was in Marktkreisen allerdings als Nachricht mit eher beschränktem Potential für die Entwicklung des GS gesehen wird.

Gegen den allgemein freundlichen Trend fallen Sonova (-1,4%) zurück. Der Titel wird von einer Rückstufung durch die UBS auf 'Sell' von 'Neutral' zurückgebunden. Eine Umfrage unter Audiologen habe gezeigt, dass die Produkte von Sonova bezüglich verschiedener Qualitätskriterien schwächer abschneiden würden als diejenigen des Konkurrenten William Demant, hiess es bei der Bank zur Begründung für die Neueinschätzung.

Im breiten Markt stehen nach den Jahresergebnissen die Aktien von DKSH und von Energiedienst unter verstärkter Beobachtung. Die Immobiliengesellschaft BKW Liegenschaften hat zudem mit ersten Eckdaten für das vergangene Geschäftsjahr ein Rekordergebnis präsentiert und gleichzeitig die Nachfolgeregelung für den aus der Geschäftsleitung zurücktretenden Gründer und CEO Beat Frischknecht bekanntgegeben.

cf/uh

(AWP)