Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas fester erwartet - Actelion erneut im Fokus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag den vorbörslichen Indikationen zufolge an seinen starken Wochenstart anknüpfen, wenn auch mit etwas weniger Schwung. Die systemischen Probleme Italiens schienen trotz Ablehnung des Verfassungsreferendums am Wochenende fürs erste überwiegend eingedämmt, erklärten Experten. Zudem wollten die meisten Italiener in der EU bleiben. Die italienischen Banken blieben aber trotz der Markterholung ein Sorgenfaktor.
06.12.2016 08:45

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hatte am Montagabend wie angekündigt sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Staatspräsident Sergio Mattarella hat ihn aber um eine Verschiebung gebeten, um Notregelungen abzuwenden. Laut Medienberichten könnte bereits Ende der Woche der Haushalt für 2017 verabschiedet werden. Nach dem Senats-Referendum in Italien richten sich die Blicke der Anleger auf die EZB-Sitzung am Donnerstag, heisst es im Handel.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,14% höher bei 7'856,99 Punkten. Der Euro notiert weiterhin solide über der Marke von 1,08 Franken.

Im Fokus der Anleger stehen einmal mehr Actelion, die vorbörslich um 4,1% zulegen. Das seit rund zehn Tagen anhaltende Spiel "Deal, no Deal, Deal, no Deal" rund um das Johnson&Johnson-Angebot hat von einem Agenturbericht neue Nahrung erhalten: Laut Bloomberg wirft der französische Pharmakonzerns Sanofi nun auch seinen Hut in den Ring. Die Franzosen überlegten sich, eine Gegenofferte einzureichen, heisst es unter Berufung auf informierte Kreise.

Mit den UBS-Papieren geht es derweil um 0,7% nach oben, nachdem Morgan Stanley seine Einstufung auf "Overweight" von "Equal Weight" erhöht hat. Die zuständige Analystin sieht ein Aufwärtspotenzial von 25% und nimmt deshalb die Titel auch in ihre "European Bank's Most Preferred List" auf. Kerntreiber seien höhere Zinsen in den USA und eine steilere Zinskurve, die zu höheren Transaktionen und damit Einnahmen im Wealth Management Americas führen würden.

Mit Vorbehalten werden Credit Suisse (+0,1%) betrachtet. An den Investorentag vom morgigen Mittwoch werden von den Anlegern hohe Erwartungen gerichtet. Während sich einige Analysten positive Impulse erhoffen, sind andere eher skeptisch eingestellt. Julius Bär notieren kaum verändert. Die Bankaktien hatten bereits am Montag mit Blick auf die mit Italien verbundenen hohen Unsicherheiten einen relativ schweren Stand. Denn für italienische Geldinstitute mit ihren milliardenschweren faulen Krediten dürften Sanierungsschritte nun schwieriger werden.

Einen Blick wert dürften am Dienstag auch zyklische Werte sein, denn aus Deutschland kommen positive Signale. Dort hat das verarbeitende Gewerbe im Oktober deutlich mehr Aufträge erhalten als erwartet. Der Auftragseingang legte um 4,9% zu; Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,6% gerechnet.

ra/tp

(AWP)