Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas fester - Novartis nach Zahlen tiefer gesehen

Der Schweizer Aktienmarkt könnte zur Wochenmitte vorbörslichen Indikationen zufolge etwas fester in den Handel starten. Damit würde der SMI den freundlichen Trend vom Vortag zunächst aufnehmen. Die Wall Street sowie die Börsen in Asien geben einen positiven Trend vor: So hatte es der zuletzt unentschlossene S&P 500 am Vorabend auf ein neues Rekordhoch geschafft, und der Dow Jones Industrial rückte der historischen 20'000-Punkte-Marke wieder näher.
25.01.2017 08:45

Die Börsianer hofften auf eine Fortsetzung der Trump-Rally, welche die Märkte nach der Wahl des neuen US-Präsidenten seit Anfang November kräftig angetrieben hatte, heisst es am Markt. Die Börsianer jenseits des Atlantiks hätten sich am Dienstag allerdings eher auf Unternehmenszahlen konzentriert, kommentierte ein Marktbeobachter am Mittwoch. Und die künftige Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung habe für einmal weniger ein Rolle gespielt. Im Fokus stehen hierzulande Unternehmenszahlen - allen voran die von Novartis.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,14% höher bei 8'258,46 Punkten. Von den Bluechips tendieren lediglich zwei Titel im Minus.

So kommen Novartis (-0,7%) vorbörslich unter Druck. Der Pharmakonzern hat ein schwieriges Geschäftsjahr in etwa wie angekündigt beendet. Neben ablaufenden Patenten machten die kriselnde Augensparte Alcon sowie nicht ganz nach Plan verlaufene Markteinführungen dem Konzern 2016 zu schaffen. Es resultierte ein Umsatz auf Vorjahresniveau sowie ein geringerer Gewinn. Die Aktionäre können sich allerdings über eine höhere Dividende freuen sowie über einen Aktienrückkauf von bis zu 5,0 Mrd USD. Dieser soll im Lauf des Jahres 2017 durchgeführt und durch neue Fremdmittel finanziert werden.

Zudem sind noch Aryzta (-0,8%) - auch am Tag nach der verheerenden Gewinnwarnung und einem Minus von 32% - unter Druck. Gleich drei Häuser senken im Nachgang das Rating: Baader Helvea, UBS und Goldman Sachs ziehen die Kaufempfehlung für die Titel des Backwarenkonzerns zurück und schätzen diese neu lediglich neutral ein.

Obwohl das Marktumfeld im Nahrungsmittelsektor tatsächlich schwierig sei, sei man vom Ausmass und dem Zeitpunkt der Warnung überrascht, heisst es. Da es rund um Aryzta momentan viele Unsicherheiten gebe, werde Anlegern empfohlen, an der Seitenlinie zu bleiben bis mehr Klarheit über die mittelfristige Zukunft des Unternehmens vorliege.

Fester stehen dagegen Lonza (+1,0%), nachdem der Lifesciencekonzern im Geschäftsjahr 2016 mehr umsetzte und erneut mehr verdiente. Das Gewinnwachstum war vor allem getrieben von der markenstärkeren Sparte Pharma&Biotech. Auch hier schlägt der Verwaltungsrat eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Ausschüttung vor. Diese wird aus dem operativen freien Cashflow finanziert.

Auffällig positiv tendieren unter den SMI/SLI-Titel ausserdem noch ABB (+1,1%) und Swatch (+1,8%) nach Rating-Hochstufungen. Beim Industriekonzern wird im Handel auf eine "Outperform"-Einschätzung durch RBC verwiesen. Swatch werden von der Deutschen Bank neu zum Kauf empfohlen. Der Wendepunkt für die Schweizer Uhrenindustrie sei bereits erreicht und Grosschina dürfte 2017 positives Wachstum aufweisen, heisst es zum Luxusgütergeschäft. Auch Richemont (+0,6%) können vorbörslich etwas von diesem positiven Kommentar profitieren.

Am breiten Markt werden Logitech (+12%) massiv höher gehandelt. Der Computerzubehör-Hersteller schlug sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 (Oktober bis Dezember) deutlich besser als erwartet. Für das Gesamtjahr erhöhte das Management daher die Ziele. CEO Bracken Darrell glaubt, dass die Wachstumsstory weitergeht. Unter anderem habe er an der wichtigen Branchenmesse CES Anfang Januar in Las Vegas eine "breite Akzeptanz" für die Logitech-Produkte gespürt, sagte er in einem Interview mit AWP.

Barry Callebaut (-0,3%) verlieren dagegen etwas. Der Schokoladehersteller hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2016/17 die Markterwartungen bei der Verkaufsmenge knapp verfehlt. Die Mittelfristziele wurden indes bestätigt.

ys/cf

(AWP)