Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas tiefere Eröffnung erwartet

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Mittwoch mit etwas tieferen Kursen in den Tag starten, nachdem der Leitindex SMI zuletzt verlorenes Terrain gutmachen konnte. Die Abgaben dürften sich allerdings zunächst ist Grenzen halten, schliesslich fehlen wegweisende Impulse. Auch die Vorgaben aus Übersee liefern wenig Orientierung: Während sich an den asiatischen Börsen ein durchwachsenes Bild zeigt, ging es an der Wall Street am Vorabend leicht nach unten.
05.10.2016 08:45

Die Abgaben im US-Handel habe in erster Linie eine Meldung zur Europäischen Zentralbank (EZB) ausgelöst, heisst es am Markt. Es wurde spekuliert, die EZB könnte schon bald ihre Wertpapierkäufe drosseln. Am Markt geht nun die Sorge um, dass nebst der US-Notenbank Fed auch die EZB die geldpolitischen Zügel etwas straffen will. Im Verlauf des Handels rückt mit dem ADP-Beschäftigungsbericht die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt in den Fokus. Die ADP-Daten liefern Hinweise auf den am Freitag mit Spannung erwarteten Jobs Report für den Monat September.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,25% tiefer bei 8'210,44 Punkten. In einem "nachrichtenarmen" Umfeld büssen die meisten Blue Chips zwischen 0,2% und 0,3% ein.

Etwas deutlicher geben im vorbörslichen Geschäft die Aktien von Adecco und ABB (je -0,4%) nach. Während die Papiere des Personalvermittlers den Handel am Vortag als grösster Gewinner im SMI/SLI beendet haben, schnitten auch ABB anlässlich des Capital Markets Day gut ab. Dass das Stromnetzgeschäft entgegen den Forderungen wichtiger Investoren Teil des Konzerns bleiben wird, haben die Anleger gut aufgenommen und die Papiere legten am Dienstag um 1,4% zu.

Etwas Nervosität hat sich bereits am Vortag bei Swiss Re (-0,3%) breit gemacht, nachdem der Hurrikan 'Matthew' in Haiti bereits grosse Schäden angerichtet hat und nun auf die US-Ostküste zusteuert. Das Risiko eines verheerenden "US-Landfall" des Wirbelsturms könnte auch die Aktien der Zurich Insurance Group (-0,1%) belasten. Demgegenüber hat JP Morgan das Kursziel für die Zurich angehoben und das Rating mit 'Outperform' bekräftigt.

Dagegen könnten die Banken den Erholungskurs der vergangenen Tage fortsetzen, nachdem vergangene Woche die Turbulenzen um die Deutsche Bank den Sektor in die Tiefe gerissen hatte. Die Titel der UBS (+0,1%) dürften auf von der Ratingerhöhung auf 'Strong Buy' nach 'Buy' durch S&P Global profitieren. Und Julius Bär (+0,3%) sei von RBC mit 'Outperform' ins Anlageuniversum aufgenommen worden, ist am Markt zu hören. Die Titel der Credit Suisse geben im vorbörslichen Geschäft mit 0,1% leicht nach.

Derweil bewegen sich die Index-Schwergewichte Nestlé, Novartis (beide -0,3%) und Roche (-0,2%) im Marktdurchschnitt. Roche hat für sein Medikament Actemra/RoActemra von der US-Gesundheitsbehörde FDA den "Therapiedurchbruch"-Status bei der Gefässerkrankung Riesenzellenarteriitis erhalten, was den Genussschein etwas stützen könnte.

Auch im breiten Markt fehlen Unternehmensnews. Am Vorabend hatte der Industriezulieferer Dätwyler den Ausbau der Produktion in den USA mit einem neuen Werk in Delaware bekanntgegeben. Die Gruppe will mit der Fertigung von hochwertigen Elastomerkomponenten für Verabreichungssysteme von injizierbaren Arzneimitteln in den USA näher an den Kunden sein.

mk/cp

(AWP)