Aktien Schweiz Vorbörse: Fester - CS und Swisscom nach Zahlen im Fokus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag vor dem offiziellen Handelsstart fester. Die Vorgaben aus Übersee fallen insgesamt positiv aus. Vor allem an der Wall Street wurden die Verluste in der zweiten Handelshälfte noch deutlich eingegrenzt. Händler begründeten die Erholung auch mit der Hoffnung, die Notenbank Fed könnte mit dem nächsten Zinsschritt länger zuwarten als bisher angenommen. Schwache Konjunkturdaten hätten dieser Hoffnung Nahrung gegeben, hiess es. Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte präsentieren sich fest.
04.02.2016 08:45

Hierzulande stehen vor allem die beiden Blue Chips Credit Suisse und Swisscom nach dem Jahresabschluss im Fokus. Impulse aus der Makroebene sind im Handelsverlauf kaum zu erwarten. Am morgigen Freitag wird dann der offizielle Arbeitsmarktbericht in den USA breite Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die am Vortag vorgelegten Daten des privaten Instituts ADP waren überraschend gut ausgefallen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,81% höher bei 8'189,52 Punkten.

Deutlich unter Druck stehen die Papiere der Credit Suisse mit -2,1%. Die Grossbank hat im vierten Quartal 2015 einen Milliardenverlust verbucht. Der Vorsteuerverlust beträgt 6,44 Mrd CHF und fällt damit noch höher aus als von Analysten im Vorfeld im Durchschnitt geschätzt hatten. Das Minus wird insbesondere auf eine Goodwill-Wertberichtigung sowie Umstrukturierungskosten in Zusammenhang mit der Umsetzung der neuen Strategie sowie Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten zurückgeführt. Es soll dennoch eine unveränderte Dividende von 0,70 CHF pro Aktie zur Ausschüttung kommen.

Die Titel der Konkurrentin UBS werden 1,6% höher taxiert. Auch Julius Bär (+0,9%) dürften mit Aufwind starten. Am Vortag waren sie mit Einbussen von über 4% die grössten Verlierer bei den Blue Chips.

Swisscom (-0,2%) schneiden nach Zahlen ebenfalls schwach ab. Die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt hat im Geschäftsjahr 2015 beim Umsatz stagniert und deutlich weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Markterwartungen beim Umsatz zwar leicht übertroffen, beim EBITDA und Reingewinn hingegen verfehlt. Zu reden gibt daneben ein Sparprogramm, welches die Kostenbasis von 2015 bis 2020 um über 300 Mio CHF senken soll.

LafargeHolcim fallen vorbörslich mit 5,5% am stärksten zurück. Der Zementkonzern überdenkt seine Pläne in Indien und erwägt nun eine Veräusserung des Anteils an Lafarge India mit einer jährlichen Zementkapazität von 11 Millionen Tonnen. Daneben könnte auch ein Medienbericht für Abwärtsdruck sorgen, demzufolge der russische Sberbank offenbar ein grosses Aktienpaket veräussern will. Die Sberbank hatte vor kurzem einen Anteil von 6,12% vom russischen LafargeHolcim-Grossaktionär Eurocement bezogen.

Swiss Re (+1,0%) notieren etwas über dem Durchschnitt. Die Konkurrentin Munich Re hat im vergangenen Geschäftsjahr zwar einen Gewinnrückgang erlitten, die Dividende wird allerdings erhöht.

Am breiten Markt ist ebenfalls einiges los. Nach Zahlen stehen die Aktien von Emmi, Leonteq, Molecular Partners, Bank Coop und der Glarner Kantonalbank unter grösserer Beobachtung. Daneben dürften auch Implenia-Titel nach dem abrupten Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Hubert Achermann ins Blickfeld geraten.

cp/cf

(AWP)