Aktien Schweiz Vorbörse: Fester - SMI schielt auf 8'000 Punktemarke

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag freundlich in den Handel starten und den im Dezember gesehenen Aufwärtstrend fortsetzen. Unterstützt von guten Vorgaben aus den USA und Asien könnte der Leitindex SMI damit weiter auf die Marke von 8'000 Punkten zuschreiten. An der Wall Street hat am Vorabend der Dow Jones Industrial erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 19'500 Stellen übertroffen. Und in Tokio legte der Nikkei trotz eigentlich schwacher Wirtschaftsdaten zu.
08.12.2016 08:44

Am Donnerstag sind die Augen der Anleger auf die Zinssitzung der EZB gerichtet. Da stellt sich die Frage, ob EZB-Chef Mario Draghi nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum in Italien das milliardenschwere und bis mindestens März 2017 laufende Anleihenkaufprogramm bereits heute um weitere sechs Monate verlängern wird. Signale für eine Abkehr der sehr lockeren Geldpolitik seien jedenfalls in diesem durch hohe politische Unsicherheit geprägten Umfeld nicht zu erwarten, meinen Ökonomen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,38% höher bei 7'960,04 Punkten.

Credit Suisse (+0,6%) könnten am Tag nach dem Investorentreffen weiter zulegen, nachdem die Aktien gestern um 7,4% in die Höhe geschossen sind. JPMorgan erhöhte das Anlagerating auf 'Overweight' von 'Underweight'. Der Analyst begrüsst die strategische Verlagerung von einem ertrags- zu einem kostenorientierten Fokus. Ähnlich positive Töne schlagen die Analysten von S&P Global, Natixis und Société Générale an, die ihre Kurszielschätzungen für die CS angehoben haben.

Im Finanzsektor klettern auch UBS (+0,6%), Julius Bär (+0,4%) oder Zurich (+0,5%) weiter in die Höhe. Mit Jefferies und HSBC haben zwei weitere Analystenhäuser ihre Kursziele für den Versicherungskonzern angehoben. HSCB erwartet von Zurich dank Kosteneinsparungen und operativen Verbesserungen in der Schadensversicherung künftig weiteres Gewinnwachstum. Zudem sei nach wie vor mit attraktiven Dividenden zu rechnen.

Für Swiss Re (+0,1%) senkte Jefferies dagegen das Rating auf 'Underperform' von 'Hold'. Mit Ablauf des Aktienrückkaufs im kommenden Februar dürfte eine wichtige Stütze des Aktienkurses wegfallen, heisst es in der Begründung.

Der grösste Sprung ist bei den Schweizer Blue Chips einmal mehr bei Actelion (+1,0%) angezeigt. Kepler Cheuvreux nimmt die von Übernahmespekulationen getriebenen Titel wieder mit einem 'Buy' in ihr Anlageuniversum auf.

Derweil legen auch die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,5%) und Roche (+0,7%) gut zu. Novartis präsentierte positive Daten zur Wirksamkeit seines Medikamentes Ultibro Breezhaler zur Therapie der Lungenerkrankung COPD (Raucherlunge). Und Branchennachbar Roche lässt mit der EU-Zulassung für Venclyxto (Venetoclax) zur Behandlung von Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) aufhorchen. Nestlé liegen im vorbörslichen Geschäft nur mit 0,2% im Plus.

Im breiten Markt ist das Börsendebüt der auf US-Wohnimmobilien spezialisierten Varia US Properties (Ticker: VARN) mit einer erwarteten Marktkapitalisierung von 233 Mio CHF ein Highlight. Es handelt sich um den fünften Börsengang an der SIX im laufenden Jahr nach Wisekey im März, VAT im April, Investis im Juni und KTM im November. Varia teilte am Donnerstagmorgen mit, dass im Rahmen des IPO wie angestrebt knapp 3,1 Mio neue Aktien zum Preis von 35 CHF je Titel ausgegeben wurden.

Weiter informierte die Privatbank EFG International (Kein Kurs) ihre Anleger über die Arbeiten zur Integration der Tessiner Bank BSI. EFG rechnet neu mit Synergien von rund 240 Mio CHF nach bislang prognostizierten 185 Mio. Dem Zusammenschluss fallen bis 2019 jährlich 100 bis 150 Stellen zum Opfer. Zwei Drittel des Stellenabbaus erfolgt in der Schweiz.

mk/cp

(AWP)