Aktien Schweiz Vorbörse: Fester Start in ereignisreiche Woche erwartet

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich zum Start dieser ereignisreichen Woche ein deutlich positiver Handelsauftakt ab. Bevor an diesem Donnerstag Grossbritannien über seine weitere Zukunft in der EU abstimmt, wird das deutsche Bundesverfassungsgericht am Dienstag zum zweiten Mal über das OMT-Anleihekaufprogramm der EZB entscheiden. Die freundlichen Vorgaben aus Übersee geben dem hiesigen Markt Rückenwind.
20.06.2016 08:45

Das Hauptereignis wird ohne Frage das Referendum in Grossbritannien sein. Zuletzt hatten Umfragen im Vorfeld wieder einen leichten Vorsprung für das Lager der EU-Befürworter angezeigt. Das sorge an den Finanzmärkten für eine gewisse Entspannung, heisst es von Händlern. Allerdings werde die Volatilität in den kommenden Tagen hoch bleiben und entsprechend schwer vorhersehbar der Handelsverlauf.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 08.20 Uhr 1,54% auf 7'832,30 Punkte. Vorbörslich notieren alle 20 SMI-Titel im Plus. In der Vorwoche hatte der Leitindex 2,6% verloren und war zeitweise unter die Marke von 7'600 Punkten gerutscht, so tief wie zuletzt im Februar.

Auf Nachrichtenseite lässt sich die Woche hierzulande ruhig an. Mit den beiden Pharma-Konzernen Novartis (+1,9%) und Roche (+1,6%) stehen vorbörslich zwei der drei Schwergesichte im Fokus. In beiden Fällen dreht es sich vor allem um das Thema Biosimilars. Bei Novartis hat der Sandoz-Chef, Richard Francis, einmal mehr betont, dass sich die Generika-Tochter im Geschäft mit Biosimilars langfristig als Marktführer etablieren wolle.

Bei Roche hingegen sorgen vor allem Analystenkommentare für Bewegung. So zielt der zuständige Berenberg-Analyst auf die potenzielle Bedrohung durch Biosmiliars ab, kommt am Ende aber zu dem Schluss, dass Roche nicht zuletzt dank seiner gut gefüllten Pipeline auch künftig weiter wachsen sollte. Bei Goldman Sachs heisst es gar, der Markt würdige vor allem die bereits weit fortgeschrittenen Produktkandidaten in der Pipeline noch nicht ausreichend.

Und auch das dritte Schwergewicht, Nestlé (+1,1%), rückt mit einem Pressebericht ins Visier der Investoren. So erklärte CEO Paul Bulcke im Gespräch mit dem deutschen "Handelsblatt", das so genannte Nestlé- Modell sei eine Ambition, kein Ziel, das jedes Jahr unabhängig von der Weltkonjunktur erreicht werden müsse.

Unter den Blue Chips weisen vorbörslich noch Werte wie die Zykliker ABB (+2,0%), Adecco (+1,9%) und LafargeHolcim (+1,7%) deutliche Kursgewinne auf. Sie hatten in der Vorwoche zum Teil besonders deutlich an Wert verloren - Adecco und LafargeHolcim gehörten mit Verlusten von jeweils 4% zu den grössten Verlierern.

Und auch die Papiere von UBS (+1,9%) und Credit Suisse (+1,8%) setzen vorbörslich zur Erholung an. Bankaktien hatten zuletzt europaweit deutlich unter den Sorgen um einen möglichen Brexit gelitten.

Jenseits der gewichtigen Titel spielt das Thema Börsengang eine Rolle. So hält Postfinance-Chef Hansruedi Köng einen Börsengang für eine "intelligente Lösung", wie er gegenüber der "NZZ am Sonntag" erklärte. Konkreter wird es bei der Westschweizer Immobiliengesellschaft Investis. Sie will an diesem Nachmittag Details zum geplanten Börsengang an der Schweizer Börse SIX im Rahmen einer Medienkonferenz bekanntgeben.

hr/uh

(AWP)