Aktien Schweiz Vorbörse: Festere Eröffnung erwartet - Erholung zum Wochenschluss

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte sich am Freitag von den zuletzt erlittenen Einbussen zunächst einmal erholen und mit festeren Kursen in den Handel starten. Gute Vorgaben aus den USA, wo der Dow Jones Index am Donnerstag nach Europaschluss kräftig zulegen konnte, und aus Asien zeichnen den Weg für die europäischen Märkte in die Gewinnzone vor. Unterstützung bieten dabei die aktuell steigenden Ölpreise, auch wenn der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent noch ein gutes Stück von der wichtigen 50 USD-Marke weg ist. Im Fokus bleibt derweil das Referendum zum Verbleib Grossbritanniens in der EU und die damit verbundene Unsicherheit, wie ein "Brexit" an den Finanzmärkten aufgenommen werden könnte.
17.06.2016 08:45

Im US-Handel sei die Hoffnung aufgekommen, dass sich die Briten nun doch für die EU-Mitgliedschaft aussprechen werden, meinen Händler. Die Ausgangslage bleibe aber unsicher und die Nervosität an den internationalen Börsen sei im Vorfeld des britischen Votums weiterhin gross. Das lässt sich auch an der stark gestiegenen Volatilität ablesen. In der Schweiz kletterte der Volatilitätsindex (VSMI) am Donnerstag erst zum dritten Mal im laufenden Jahr auf einen Wert von über 30 Punkten. Kursschwankungen dürften auch aus einem anderen Grund ein Thema sein: Am grossen Verfallstag an den Terminmärkten, dem sogenannten "Hexensabbat", ist traditionell mit grösseren Ausschlägen zu rechnen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 08.20 Uhr 0,70% auf 7'687,96 Punkte. Trotz Erholungstendenzen zeichnen sich aber auf Wochensicht zum dritten Mal infolge Kurseinbussen ab. Schliesslich verzeichnete der SMI von Montag bis Donnerstag einen starken Rückgang von 3,6%.

Von Seiten der Unternehmen gibt es zu Wochenschluss kaum Impulse, es fehlen schlicht börsenrelevante News zu den Blue Chips-Firmen. Grössere Kursgewinne sind am Berichtstag bei Aktien zu erwarten, die in den vergangenen Tagen und Wochen besonders stark unter die Räder gekommen sind.

So klettern beispielsweise die Aktien der Credit Suisse im vorbörslichen Geschäft um 1,0% in die Höhe. Am Vortag sind die Aktien noch auf ein Intraday-Jahrestief von 11,00 CHF abgerutscht, konnten sich allerdings bis Handelsschluss etwas von diesem Tiefstwert absetzen. Die Papiere liegen seit Anfang Jahr mit knapp 45% im Minus.

Nebst Credit Suisse dürften auch andere Finanzwerte wie UBS (+1,0%), Zurich Insurance (+0,8%), Julius Bär oder Swiss Re (+0,6%) mit Avancen in den Handel steigen. Zykliker sind ebenfalls gefragt: ABB und Adecco gewinnen vorbörslich je 1,0%, Givaudan und LafargeHolcim jeweils 0,9%. Kursgewinne zeichnen sich derweil auch bei den Schwergewichten Novartis (+0,8%), Roche und Nestlé (je +0,6%) ab.

Sonova (+1,3%) sind am Tag nach dem Dividendenabgang wieder gefragt. HSBC hat im Rahmen einer Branchenstudie das Rating und das Kursziel für die Sonova-Aktien erhöht. Die neue Einschätzung begründet der Analyst vor allem mit den jüngsten Kursverlusten. Zudem erschienen die Konsensschätzungen, Bewertung und Firmenprognose nun etwas vernünftiger, ergänzt er.

Im breiten Markt stehen die Aktien des Sicherheitstechnik-Konzerns Dorma+Kaba (kein Kurs) im Fokus. Das Unternehmen restrukturiert den Standort Deutschland und verlagert gewisse Aktivitäten in den Fernen Osten. Die Verbesserung der Kostenstruktur, die Straffung der Organisation und die Nutzung von Synergien führen zu einem Abbau von rund 440 Stellen in Deutschland.

mk/cf

(AWP)