Aktien Schweiz Vorbörse: Freundlich erwartet - Notenbanken im Fokus

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich zur Wochenmitte ein freundlicher Auftakt ab. Die Entscheidungen der Notenbanken in Japan und den USA sind das beherrschende Thema. Während die Bank of Japan bereits über ihre künftige Politik berichtet hat, werden sich die Währungshüter in den USA erst am Abend bzw. nach dem hiesigen Börsenschluss zu Wort melden. Die Vorgaben aus Übersee sind tendenziell freundlich. Vor allem in Japan reagiert die Börse positiv auf die Notenbank-Entscheidung.
21.09.2016 08:45

Dabei seien die Markterwartungen an die Bank of Japan nicht ganz klar gewesen, kommentiert ein Händler. "Innovativ" lautet ein erster Experten-Kommentar. Die Notenbank schlage mit ihrem Fokus auf die langfristigen Zinsen ein neues Kapitel auf. Vom Fed erwartet die Mehrzahl der Marktteilnehmer dagegen keine Veränderung des aktuellen Status quo. Hier hatten zuletzt unterschiedliche Stimmen aus dem Gremium aber für Unsicherheit an den Märkten gesorgt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,29% höher bei 8'261,57 Punkten. Von den 20 SMI-Blue-Chips notieren alle bis auf die Aktien von Richemont im Plus.

Allerdings sehen die Anteilsscheine des Luxusgüter-Herstellers mit einem Abschlag von 2,8% oder 1,40 CHF nur optisch schwächer aus. Der Konzern schüttet an diesem Tag eine Dividende von 1,70 CHF je Anteilsschein an seine Aktionäre aus. Bereinigt um diesen Effekt tendierte die Aktie im Plus.

Die Nachrichtenlage ist zur Wochenmitte überschaubar. So dürften Investoren den weiteren Umbau beim Versicherer Zurich (+0,3%) zunächst einordnen. Das weltweite Grosskunden- und Firmenkunden-Geschäft soll in eine Einheit zusammengefasst werden. Die neue Geschäftseinheit "Commercial Insurance" wird zum 1. Oktober laciert.

Klar fester tendieren ABB (+0,7%) vorbörslich, nachdem der Industriekonzern angekündigt hat, sein Kabelgeschäft an NKT zu veräussern. Das Geschäft sei Teil der ABB-Division Stromnetze, die derzeit einer strategischen Überprüfung unterzogen wird. In letzter Zeit hatte vor allem der Grossaktionär Cevian eine Abspaltung der gesamten Sparte gefordert.

Deutlicher fallen die Kursgewinne auch beim Zykliker LafargeHolcim aus (+1,1%). Die Papiere hatten am Vortag noch zu den grösseren Verlierern gezählt.

Die Aktien der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse (beide +1,0%) präsentieren sich ebenfalls freundlich, nachdem sie am Vortag noch zu den grössten Verlierern gezählt hatten. Im Verfahren um Tricksereien am Devisenmarkt hat eine US-Richterin einen Teil der Vorwürfe gegen die Credit Suisse, die Deutsche Bank und fünf andere Institute abgewiesen.

Die Kursgewinne der Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé (alle +0,3%) fallen vergleichsweise moderat aus, sollten den Markt aber nach unten abstützen.

Auf die Ansage des Telekomkonzerns Swisscom (+0,3%), das Wachstum seines Tochterunternehmens Fastweb im italienischen Mobilfunkmarkt beschleunigen zu wollen, reagieren Investoren leicht positiv.

Im breiten Markt fallen noch die Anteilsscheine von Temenos (+0,9%) ins Auge, die von einer Hochstufung durch Goldman Sachs profitieren. Die IT-Ausgaben der Banken würden aufgrund der laufenden Kostensenkungsmassnahmen, der Digitalisierung und Plattform-Modernisierungen weiter ansteigen und Temenos sei dabei ein Hauptprofiteur, heisst es in der Studie.

hr/uh

(AWP)