Aktien Schweiz Vorbörse: Freundlich - Swatch und Richemont allerdings schwach

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Dienstag im vorbörslichen Geschäft freundlich. Damit zeichnet sich eine Erholung von den an den beiden vorangegangenen Handelstagen erlittenen Verluste ab. Die Vorgaben aus Übersee sind positiv. In den USA weiteten die grossen Indizes nach dem gestrigen Handelsschluss in Europa ihre Gewinne aus und stiegen auf Rekordhochs. In Händlerkreisen wurde dies mit Konjunkturoptimismus der Investoren erklärt, nachdem die Preise für Rohöl und anderer Rohstoffe deutlich in die Höhe geklettert waren. Die wichtigsten Aktienmärkte Asiens präsentieren sich ebenfalls freundlich.
22.11.2016 08:45

Die Rohstoffpreise hätten von Kommentaren iranischer und irakischer Entscheidungsträger profitiert. Denn dadurch sei die Hoffnung gestiegen, dass sich das Erdölkartell Opec auf seiner Sitzung von Ende November über eine Senkung der globalen Fördermenge einigen könnte. Am späten Nachmittag könnten die Angaben zum Konsumentenvertrauen in der EU sowie zum Immobilienmarkt USA für weitere Impulse sorgen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,33% höher bei 7'878,26 Punkten.

Die Nachrichtenlage bei den Blue Chips ist überschaubar. Im Blick sind die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (-1,5%) und Richemont (-1,4%), die nach schwachen Uhrenexportdaten die einzigen Verlierer sind. Das Exportvolumen entwickelte sich auch im Oktober stark rückläufig.

Alle übrigen SMI-Werte werden dagegen fester taxiert. Adecco führen die Tabelle mit +0,7% an. Zum Wochenbeginn waren die Titel des Personalvermittlers nach einer Kaufempfehlung aus dem Hause HSBC die Tagessieger.

Weitere Zykliker wie ABB und LafargeHolcim (je +0,6%) stehen etwas deutlicher im Plus. Dem Zementhersteller droht möglicherweise die Abstufung seiner Kreditbewertungen durch Moody's. Die Ratingagentur prüft alle Ratings des Unternehmens auf eine mögliche Abstufung von einem "Notch". Der Grund sei die vom Konzern anlässlich des Investorentags vom vergangenen Freitag gemachte Ankündigung, das Pay-Out-Ratio erhöhen und eigene Aktien zurückkaufen zu wollen.

Auf eine feste Eröffnung steuern zudem die Grossbankenwerte CS und UBS (je +0,6%) zu, die am Vortag noch zu grossen Verlierern gehört hatten.

Getragen werden die Aufschläge des Gesamtmarktes insbesondere auch von den drei Indexschwergewichten Nestlé (+0,4%), Roche (+0,4%) und Novartis (+0,5%). Letztere waren am Vortag noch eine erhebliche Belastung, nachdem der Pharmakonzern eine laut Analysten nicht gerade billige Übernahme bekanntgab.

Am breiten Markt fallen Sulzer mit Aufschlägen von 0,8% an, was Händler mit den weiter steigenden Erdölpreisen erklären. Für Sulzer ist die Öl- und Gasindustrie ein wichtiger Markt.

Im Blick sind auch Gurit und Aevis Victoria, zu denen vorbörslich keine Kurse gestellt werden. Gurit gab die Vertragserneuerung mit der deutschen Diehl Aircabin im Volumen von 30 Mio CHF bekannt; das Klinik- und Hotelunternehmen Aevis Victora machte Angaben zur Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten.

cp/rw

(AWP)