Aktien Schweiz Vorbörse: Freundliche Grundstimmung - SMI wegen Nestlé im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt wird am Donnerstag gemäss den vorbörslichen Indikationen im Minus eröffnen. Der Leitindex SMI dürfte damit den erstmaligen Sprung im laufenden Jahr über die 8'500-Punkte verpassen. Am Vortag hatte er sich dieser bis auf wenige Punkte genähert. Schuld an dieser Entwicklung sind die schwergewichtigen Nestlé-Aktien, die nach der Publikation der Jahreszahlen voraussichtlich mit deutlichen Abschlägen in den Handelstag starten werden.
16.02.2017 08:45

Abgesehen davon sei die Grundstimmung am Markt nach wie vor gut, heisst es in Händlerkreisen. So stünden die nach dem unerwartet starken Anstieg der US-Inflationsrate vom Vortag die Ampeln für weitere Zinserhöhungen auf Grün. Dies kommt inzwischen auch am Aktienmarkt gut an, weil dies als Indiz für eine robuste Konjunkturentwicklung gesehen wird. Bei den einzelnen Unternehmen richtet sich der Fokus nebst Nestlé auf diverse andere Titel, zu denen Zahlen vorliegen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,33% tiefer bei 8'458,17 Punkten.

Alle Augen sind zum Handelsstart auf Nestlé gerichtet, die vorbörslich die Jahreszahlen 2016 vorgelegt haben. Für den Titel, der im SMI ein Gewicht von über einem Fünftel hat, zeichnet sich ein Minus von 2,3% ab. Der Nahrungsmittelkonzern ist im vergangenen Geschäftsjahr unter den Markterwartungen gewachsen und hat auch weniger verdient als von Analysten geschätzt. Der Ausblick ist zudem verhalten. Immerhin soll die Dividende wiederum leicht erhöht werden.

Bei den Blue Chips sind abgesehen davon nur noch Julius Bär (-0,4%) im Minus. Die Analysten von Berenberg haben ihr Rating auf "Hold" von "Buy" gesenkt. Die Privatbank habe in der Vorwoche mit den vorgelegten Zahlen zwar besser als erwartet abgeschnitten, dennoch sehe er kurzfristig einigen Gegenwind auf die Bank zukommen, begründet dies der zuständige Experte.

Im grossen Gewinnerfeld sind hingegen Clariant (+0,3%) anzutreffen, die als zweiter Top-30-Wert Zahlen vorgelegt haben. Der Spezialchemiehersteller hat dabei die Analysten-Prognosen in etwa getroffen. Zudem schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung die Ausschüttung einer um 5 Rappen erhöhten Dividende von 0,45 CHF vor. Die mittelfristigen Ziele werden bestätigt. Auf den "zweiten Blick" würden die Zahlen gut aussehen, heisst es in einem ersten Kommentar.

Keinen grossen Effekt hat die offizielle Publikation des öffentlichen Kaufangebots für Actelion (+0,2%) durch Johnson&Johnson. Die Übernahme des Biotechunternehmens durch den US-Konzern verläuft demnach gemäss dem vorgezeichneten Fahrplan.

Etwas im Fokus sind ausserdem die Grossbankentitel von CS und UBS (je +0,3%). Ein Mitglied der US-Notenbank hat in einem Zeitungsbericht höhere Kapitalanforderungen für grosse Finanzinstitute gefordert und damit einen Widerspruch zu den mutmasslichen Plänen der neuen US-Regierung geschaffen.

Im Plus sind zudem die beiden Pharmaschwergewichte Roche und Novartis (je +0,2%). Doch auch sie können die Nestlé-Einbussen nicht kompensieren.

Am breiten Markt haben diverse Gesellschaften Zahlen vorgelegt, womit ein erster Höhepunkt in der laufenden Berichtsaison erreicht wird. Gut kommen die Ergebnisse von Straumann (+2,3%) an, während Kudelski (-4,7%) voraussichtlich Federn lassen müssen. Keine vorbörslichen Kurse gibt es zu Lem, Phoenix Mecano sowie den Kantonalbanken St. Gallen und Waadt, die ebenfalls Einblicke in ihre Bücher gewähren.

rw/cf

(AWP)