Aktien Schweiz Vorbörse: Gebremster Anstieg - GB-Referendum bleibt im Fokus

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Dienstag im vorbörslichen Handel nach dem starken Wochenauftakt ein gemächlicherer Handelsauftakt ab. Der starke Kursanstieg am Vortag war auf die laut jüngsten Meinungsumfragen deutlich gesunkene Wahrscheinlichkeit eines EU-Austritts Grossbritanniens zurückzuführen, wenngleich es nach wie vor nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen an diesem Donnerstag aussieht.
21.06.2016 08:45

Marktstrategen rechnen aber jederzeit wieder mit stärkeren Schwankungen. Sollte sich die Stimmung der britischen Wähler wieder drehen, könnten die Märkte wieder in die andere Richtung drehen. Die Weltbörsen geben derweil einen positiven Trend vor, auch wenn die Wall Street ihre Tageshochs nicht halten konnte. Am Schweizer Aktienmarkt stehen zudem volkswirtschaftliche Daten im Fokus. Publiziert wurden die Zahlen zum Aussenhandel im Mai, darin eingeschlossen die Daten zu den Schweizer Uhrenexporten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis 08.20 Uhr 0,10% auf 7'908,19 Punkte. Vorbörslich notieren alle 20 SMI-Titel zwischen 0,1% und 0,2% im Plus.

Die Nachrichtenseite bleibt hierzulande ruhig. Bewegung könnte im regulären Handel allerdings in die Aktien der beiden Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch kommen. Diese hatten am Vortag in der Hoffnung auf verbesserte Daten zu den Uhrenexporten deutlich zugelegt. Die nun publizierten Daten sagen aber Gegenteiliges: Zwar hat sich der Rückgang gegenüber den Vormonaten leicht abgeschwächt, mit minus 9,7% sind die Schweizer Uhrenexporte im Mai 2016 aber zum dritten Mal in Folge deutlich zurückgegangen.

Ebenfalls gesucht waren am Vortag die Finanzwerte und hier vor allem Bankaktien. Auch hier wird allenfalls Korrekturpotenzial geortet. CS-CEO Tidjane Thiam hat derweil laut Bloomberg Spekulationen am Markt über eine zusätzliche Kapitalerhöhung eine Absage erteilt. Erwartungen von Hedge Funds, die sich entsprechend positioniert hätten, seien "nicht korrekt", zitierte die Nachrichtenagentur aus einem Memo an Mitarbeitende. Der Aktienkurs der CS sei durch "unüblich hohe Short-Positionen" gedrückt worden, heisst es offenbar in dem Dokument.

Zu den grössten Gewinnern hatten am Montag auch verschiedene zyklische Papiere wie LafargeHolcim, Geberit und Adecco gehört.

Am breiten Markt dürften die Aktien des Kabelherstellers Huber+Suhner Nachfrage erzeugen, zeigte sich doch das Unternehmen über den Geschäftsgang in den ersten Monaten des laufenden Jahres erfreut. Für das erste Semester 2016 erwartet Huber+Suhner eine Umsatzsteigerung von mehr als 5%, einen "markant" höheren Konzerngewinn sowie eine EBIT-Marge, die leicht über dem mittelfristigen Zielband liegt.

Kursgewinne werden auch in Leclanché erwartet. Zwei der wichtigsten Investoren des Batterieherstellers haben ihre Darlehen in Aktien umgewandelt. Mit der Umwandlung sollen die Wachstumspläne des Westschweizer Unternehmens unterstützt werden.

ra/uh

(AWP)