Aktien Schweiz Vorbörse: Gehaltene Eröffnung erwartet - Wenige Impulse

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt könnte die neue Woche gemäss vorbörslicher Indikationen mit leichten Gewinnen eröffnen. Die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten bleibe zu Beginn der Vorweihnachtswoche eher freundlich, heisst es am Markt. Nach dem starken Lauf der vergangenen zwei Wochen mahne der Blick auf die Überseebörsen jedoch etwas zur Vorsicht. So kamen Dow Jones Industrial und S&P 500 zuletzt auf ihrem Rekordniveau nicht mehr weiter voran. Auch der japanische Nikkei stagniert auf dem höchsten Niveau seit einem Jahr.
19.12.2016 08:45

Der SMI verbuchte in der vergangenen Woche erneut ein klares Plus von 1,6%. Nach den zwei positiven Wochen beläuft sich das Jahresminus aber immer noch auf 6,7%. Dass der Schweizer Leitindex in den letzten zwei Wochen 2016 noch rund 600 Punkte aufholen kann und 2016 somit noch mit positiver Performance beendet, scheint eher unwahrscheinlich. Es kündigt sich von Unternehmensseite eine eher ruhige Vorweihnachtswoche an.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,09% höher bei 8'235,42 Punkten. Die Blue Chips liegen allesamt in einem Bereich von unverändert bis +0,2%.

Actelion (+0,1%) bleiben weiter im Blick, nachdem die Transaktionsgespräche mit Johnson&Johnson in der vergangenen Woche ein jähes Ende fanden und Sanofi als neuer Käufer in den Fokus gerückt ist. Eine Übernahme könnte bereits in dieser Woche angekündigt werden, schrieb Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen am vergangenen Freitag. In der Folge gingen die Titel des Pharmakonzerns mit einem Plus von 10% ins Wochenende.

Laut einem Bericht der "Schweiz am Sonntag" macht sich unter den Actelion-Investoren zudem Unmut über CEO Jean-Paul Clozel breit. Denn es heisst: "Am Markt sind alle bereit für eine Übernahme - nur Clozel nicht." Vom Verwaltungsrat wird nun gefordert, aktiv zu werden. Wenn es hart auf hart kommt, könnten sonst die Aktionäre eine ausserordentliche GV fordern, um den VR auszuwechseln, oder von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Aktien gemeinsam einem Bieter wie Sanofi anzudienen.

Auch UBS (+0,1%) könnten nach einer sehr schwachen Vorwoche zur leichten Erholung ansetzen. In einem NZZ-Interview vom Wochenende sprach CEO Sergio Ermotti indes von anhaltend rauen Zeiten. "Wir leben derzeit in einem perfekten Sturm." Das schwache globale Wachstum, die Niedrigzinsen, die von Konflikten geprägte geopolitische Lage, die Flut an regulatorischen Vorgaben, die neuen Technologien - er könne nicht sagen, welche der Herausforderungen die anspruchsvollste ist.

Im Steuerstreit mit Frankreich erhält die Grossbank indes durch ein neues französisches Gesetz die Möglichkeit, sich von einem ihrer grössten Rechtsrisiken ohne Schuldeingeständnis freizukaufen, wie die "Sonntagzeitung" schrieb.

Auch die drei Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche (je +0,1%) könnten weiter zulegen. Der Pharmakonzern Roche hat für sein Medikament Alecensa (Alectinib) in der EU eine bedingte Zulassungsempfehlung erhalten. Der endgültige Entscheid wird in den kommenden Monaten erwartet. Und für Novartis bestätigte Jefferies derweil die Kaufempfehlung, senkte aber das Kursziel.

Am breiten Markt stehen AMS und Leonteq - ohne vorbörslichen Kurse - unter Beobachtung. Der Halbleiterhersteller AMS gibt ein mit dem Staat New York geplantes Wafer-Fertigungsprojekt auf. Leonteq dürften von einer Gewinnwarnung belastet sein.

ys/rw

(AWP)